Bava Batra — Blatt 129a

1wenn die Ansicht Rabas, so fügt er ja hinzu, wenn die Ansicht des Mar b. R. Aši, so wird ja die Halakha ohnehin nicht nach Mar b. R. Aši entschieden, und wenn die Ansichten Šemuéls, R. Šešeths und R. Papas, so sind sie ja widerlegt worden!? –

2Vielmehr, dies schließt die Ansicht R. Joḥanans und die Entgegnung des Mar b. R. Aši aus.

3WENN JEMAND SEINE GÜTER MÜNDLICH VERTEILT UND DABEI EINEM MEHR UND DEM ANDEREN WENIGER &C. Wie zum Beispiel [schreibt man] ‘als Geschenk’ am Anfang, in der Mitte oder am Schlüsse?

4Als R. Dimi kam, sagte er im Namen R. Joḥanans: [Schreibt man:] jenes Feld soll diesem geschenkt sein, und er soll es erben, so heißt dies ‘als Geschenk’ am Anfang; wenn: er soll es erben und es soll ihm geschenkt sein, so heißt dies ‘als Geschenk’ am Schlüsse; und wenn: er soll es erben und es soll ihm geschenkt sein, daß er es erbe, so heißt dies ‘als Geschenk’ in der Mitte.

5Dies gilt jedoch nur von dem Falle, wenn es eine Person und ein Feld ist, nicht aber, wenn es eine Person und zwei Felder oder ein Feld und zwei Personen sind.

6R. Elea͑zar sagt, auch wenn es eine Person und zwei Felder oder ein Feld und zwei Personen sind, nicht aber, wenn es zwei Personen und zwei Felder sind.

7Als Rabin kam, sagte er: [Schrieb er:] dieses Feld soll diesem geschenkt sein und jenes Feld soll jener erben, so hat er es, wie R. Joḥanan sagt, geeignet, und wie R. Elea͑zar sagt, nicht geeignet.

8Abajje sprach zu Rabin: Du hast uns bei einer Sache befriedigt, bei einer Sache aber zu einem Einwande veranlaßt. Allerdings befindet sich R. Elea͑zar nicht in einem Widerspruche mit sich selber, denn eines gilt von einer Person und zwei Feldern, und eines gilt von zwei Personen und zwei Feldern;

9aber R. Joḥanan befindet sich ja mit sich selber in einem Widerspruche !? –

10Amoraim streiten über die Ansicht R. Johanans.

11Reš Laqiš aber sagt, er eigne es nur dann, wenn jener gesagt hat: der und der sollen dieses und jenes Feld erben, die ich ihnen geschenkt habe, daß sie sie erben.

12Derselbe Streit. R. Hamnuna sagt, dies gelte nur von dem Falle, wenn es eine Person und ein Feld ist, nicht aber, wenn es eine Person und zwei Felder oder ein Feld und zwei Personen sind. R. Naḥman sagt, auch wenn es eine Person und zwei Felder oder ein Feld und zwei Personen sind, nicht aber, wenn es zwei Felder und zwei Personen sind. Und R. Šešeth sagt, auch wenn es zwei Felder und zwei Personen sind.

13R. Šešeth sprach: Dies entnehme ich aus der folgenden Lehre: Wenn jemand sagte, daß man seinen Kindern einen Šeqel wöchentlich [zu ihrem Unterhalte] gebe, und diese einen Sela͑ brauchen, so gebe man ihnen einen Sela͑; sagte er aber, daß man ihnen nicht mehr als einen Šeqel gebe, so gebe man ihnen nicht mehr als einen Šeqel. Wenn er aber dazu gesagt hat: sterben sie,

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.