Bava Batra — Blatt 134a

1wenn aber nicht, so kannst du auch das nicht zurückerhalten, was ich zurückgegeben habe. Da sprach dieser: Ben U͑ziél hat mich geschlagen, Ben U͑ziél hat mich geschlagen. –

2Welcher Ansicht war er vorher? – Wegen des Ereignisses in Beth Ḥoron.

3Wir haben nämlich gelernt: Einst sprach jemand in Beth Ḥoron, der seinem Vater den Genuß von ihm abgelobt hatte, als er seinen Sohn verheiratete, zu seinem Nächsten: Hof und Gastmahl seien dir geschenkt; sie sollen dir gehören, bis mein Vater kommt und mit uns am Gastmahle teilnimmt.

4Da sprach dieser: Wenn sie mein sind, so sollen sie dem Himmel geweiht sein. Jener entgegnete: Ich habe dir meines nicht dazu gegeben, daß du es dem Himmel weihest! Dieser erwiderte: Du hast mir deines wohl dazu gegeben, damit du und dein Vater zusammen essen und trinken und ihr euch mit einander aussöhnen könnt, die Sünde aber auf meinem Haupte ruhe.

5Die Weisen sagten: Jede Schenkung, die derart ist, daß, wenn man sie heiligt, sie nicht heilig ist, gilt nicht als Schenkung.

6Die Rabbanan lehrten: Achtzig Schüler hatte Hillel der Ältere; dreißig von ihnen waren würdig, daß die Göttlichkeit auf ihnen ruhe, wie auf unserem Meister Moše, dreißig von ihnen waren würdig, daß für sie die Sonne stehen bleibe, wie für Jehošua͑, den Sohn Nuns, und zwanzig waren mittelmäßig. Der bedeutendste von ihnen war Jonathan b. U͑ziél und der kleinste von ihnen war R. Joḥanan b. Zakkaj.

7Von R. Joḥanan b. Zakkaj erzählt man, daß er von Schrift, Mišna, Talmud, Halakha, Agada, Subtilitäten der Tora, Subtilitäten der Schriftkundigen, [Folgerungen vom] Leichteren auf das Schwerere und durch Wortanalogie, Astronomie und Geometrie, Wäscher- und Fuchsfabeln, Dämonengesprächen, Palmengesäusel, Gesprächen der Dienstengel und Großem und Kleinem nichts zurückgelassen habe.

8Großes, die Sphärenkunde; Kleines, die Disputationen von Abajje und Raba. Damit geht in Erfüllung, was geschrieben steht:meine Lieben Besitz erben zu lassen, und ihre Schatzkammern fülle ich.

9Wenn schon der Kleinste von ihnen so war, um wieviel bedeutender muß der Größte von ihnen gewesen sein. Man erzählt von Jonathan b. U͑ziél, daß, wenn er dasaß und sich mit der Tora befaßte, jeder Vogel, der über ihm flog, verbrannte.

10WENN JEMAND SAGT: DIESER IST MEIN SOHN, SO IST ER GLAUBHAFT; WENN: DIESER IST MEIN BRUDER, SO IST ER NICHTGLAUBHAFT; JEDOCH ERHÄLT DIESER MIT IHM VON SEINEM ANTEILE.

11STIRBT DIESER, SO GELANGT DAS VERMÖGEN AN SEINE FRÜHERE STELLE;

12FIEL IHM VERMÖGEN VON ANDERER SEITE ZU, SO ERBEN SEINE BRÜDER MIT IHM.

13GEMARA. In welcher Hinsicht ist er glaubhaft, wenn er sagt: dieser ist mein Sohn? R. Jehuda erwiderte im Namen Šemuéls: Hinsichtlich der Beerbung und der Befreiung seiner Frau von der Schwagerehe. –

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.