Bava Batra — Blatt 134b

1Hinsichtlich der Beerbung ist dies ja selbstverständlich!? – Nötig ist dies wegen der Befreiung seiner Frau von der Schwagerehe. –

2Aber auch dies haben wir ja gelernt: Wer beim Sterben gesagt hat, er habe Söhne, ist glaubhaft, er habe Brüder, ist nicht glaubhaft!? –

3Da [wird von dem Falle gesprochen], wenn es nicht bekannt ist, daß er einen Bruder hat, hier aber, auch wenn es bekannt ist, daß er einen Bruder hat.

4R. Joseph sagte im Namen des R. Jehuda im Namen Šemuéls: Weshalb sagten sie, wenn jemand sagt, dieser sei sein Sohn, sei er glaubhaft? Weil der Ehemann auch glaubhaft ist, wenn er sagt, er habe sich von seiner Frau scheiden lassen.

5R. Joseph sprach: Herr Abrahams, er stützt das, was gelehrt wurde, auf das, was nicht gelehrt wurde!

6Vielmehr, ist dies gelehrt worden, so wird es wie folgt lauten: R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Weshalb sagten sie, wenn jemand sagt, dieser sei sein Sohn, sei er glaubhaft? Weil es in seiner Hand liegt, sich von ihr scheiden zu lassen.

7Hierzu sagte R. Joseph: Da du nun ausgeführt hast, daß wir ‘weil’ sagen, so ist ein Ehemann glaubhaft, wenn er sagt, er habe sich von seiner Frau scheiden lassen, weil es in seiner Hand liegt, sich von ihr scheiden zu lassen.

8Als R. Jiçḥaq b. Joseph kam, sagte er im Namen R. Joḥanans: Wenn ein Ehemann sagt, er habe sich von seiner Frau scheiden lassen, so ist er nicht glaubhaft. Da wehrte R. Šešeth mit der Hand ab [und sprach:] Das ‘weil’ des R. Joseph ist nun fort! –

9Dem ist ja aber nicht so, R. Ḥija b. Abin sagte ja im Namen R. Joḥanans, wenn ein Ehemann sagt, er habe sich von seiner Frau scheiden lassen, sei er glaubhaft!? –

10Das ist kein Einwand; eines rückwirkend

11und eines für die Zukunft.

12Sie fragten: Ist er, wenn er es in rückwirkender Absicht gesagt hat, für die Zukunft glaubhaft:

13teilen wir die Aussage oder teilen wir die Aussage nicht? – R. Mari und R. Zebid [streiten hierüber]; einer sagt, wir teilen sie, und einer sagt, wir teilen sie nicht. –

14Womit ist es hierbei anders als bei der Lehre Rabas? Raba sagte nämlich: [Bekundet jemand], jener Mann habe seine Frau beschlafen, so wird er mit noch einem Zeugen vereinigt, jenen hinzurichten; jenen hinzurichten, nicht aber sie hinzurichten. –

15Bei zwei Personen teile man sie, bei einer Person teile man sie nicht.

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.