Bava Batra — Blatt 166a

1Vielleicht. Scheidemünze!? — Scheidemünze aus Gold fertigen die Leute nicht. —

2«Unter ‘für Denare Gold’ ist nicht weniger als für zwei Silberdenare Gold zu verstehen.» Vielleicht meinte er Bruchgold für zwei Golddenare!? Abajje erwiderte: Der Eigentümer des Scheines hat die Unterhand. —

3Wieso heißt es demnach in der ersten Lehre, unter ‘für Denare Silber’ sei nicht weniger als für zwei Golddenare Silber zu verstehen, vielleicht meinte er für zwei Silberdenare Barrensilber!?

4R. Aši erwiderte: Die erste Lehre spricht von dem Falle, wenn es darin Denare heißt, und die zweite von dem Falle, wenn es darin Denarin heißt. —

5Woher entnimmst du, daß zwischen Denare und Denarin zu unterscheiden sei!? —

6Es wird gelehrt: Wenn eine Frau fünf zweifelhafte Geburts- oder Flußfälle hat, so bringe sie ein Opfer dar und darf dann Opferfleisch essen; die übrigen aber obliegen ihr nicht. Hat sie fünf sichere Geburts- oder Flußfälle, so bringe sie ein Opfer dar und darf dann Opferfleisch essen, und auch die übrigen obliegen ihr.

7Einst ereignete es sich, daß in Jerusalem Taubenpaare auf Golddenare gestiegen sind; da sprach R. Šimo͑n b. Gamliél: Beim Tempel, ich gehe diese Nacht nicht schlafen, bevor diese für Denarin zu haben sind! Hierauf ging er ins Lehrhaus und lehrte: Wenn eine Frau fünf sichere Geburts- oder Flußfälle hat, so bringe sie ein Opfer dar und darf Opferfleisch essen; die übrigen aber obliegen ihr nicht.

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.