Bava Batra — Blatt 167a
1und in Zuz umgerechnet; es können daher nur entweder sechshundert Stater und ein Zuz oder sechshundert Zuz und ein Zuz zu verstehen sein, und der Inhaber der Urkunde hat die Unterhand.
2Abajje sagte: Wenn jemand seine Unterschrift bei Gericht zeigen will, so schreibe er sie nicht am Ende einer Papierrolle, weil jemand sie finden und auf diese schreiben kann, er habe von ihm Geld zu erhalten, und wir haben gelernt, wer einem seine Unterschrift vorlegt, daß er ihm [Geld] schulde, könne es von freien Gütern einfordern.
3Einst kam ein Steuereinnehmer zu Abajje und sprach zu ihm: Mag der Meister mir seine Unterschrift geben, damit ich, wenn Gelehrte kommen, sie ohne Wegesteuer durchlasse. Da schrieb er sie ihm auf das Kopfende einer Papierrolle. Als jener aber daran zog, sprach er zu ihm: Die Weisen sind dir bereits zuvorgekommen.
4Abajje sagte: [Zahlwörter] von drei bis zehn schreibe man nicht am Ende der Zeile, weil jener fälschen und zuschreiben kann; wenn dies aber vorgekommen ist, so wiederhole man den Satz zwei- oder dreimal, denn es ist nicht möglich, daß es dann nicht auf die Mitte der Zeile kommt.
5Einst war [in einer Urkunde] geschrieben: ein Drittel vom Weinberge; da ging jener und radierte die Kopf- und Fußlinie des Beth aus, sodaß es dann hieß: und ein Weinberg. Als er darauf vor Abajje kam, sprach er zu ihm: Weshalb hat das Vav soviel Zwischenraum? Hierauf band er ihn, und er gestand es ein.
6Einst war [in einer Urkunde] geschrieben: die Teile von Reúben und Šimo͑n, Brüder [aḥe], und diese hatten einen Bruder, der Aḥi hieß; da ging jener und schrieb ein Vav hinzu, sodaß es dann hieß: und Aḥi. Als er darauf vor Abajje kam, sprach er zu ihm: Weshalb hat das Vav so wenig Zwischenraum? Hierauf band er ihn, und er gestand es ein.
7Einst waren Raba und R. Aḥa b. Ada auf einer Urkunde unterschrieben. Als [der Inhaber] vor Raba kam, sprach er: Dies ist allerdings meine Unterschrift, jedoch habe ich niemals zusammen mit R. Aḥa b. Ada unterschrieben. Hierauf band er ihn, und er gestand es ein. Da sprach er zu ihm: Allerdings konntest du meine [Unterschrift] fälschen, wie aber hast du es mit der des R. Aḥa b. Ada gemacht, dessen Hand zittert? Dieser erwiderte: Ich legte meine Hand auf eine Stegleine. Manche sagen: Er stellte sich auf einen Schlauch und schrieb.
8MAN SCHREIBE DEM MANNE EINEN SCHEIDEBRIEF, AUCH WENN DIE FRAU NICHT DABEI IST, UND DER FRAU EINE QUITTUNG, AUCH WENN DER MANN NICHT DABEI IST, NUR MUSS MAN SIE KENNEN; DIE GEBÜHRZAHLE DER MANN.
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.