Bava Batra — Blatt 25a

1Weil er sie in Dung verwandelt.

2MAN ENTFERNE ABDECKEREIEN, GRÄBER UND GERBEREIEN FÜNFZIG ELLEN VON DER STADT. MAN DARF EINE GERBEREI NUR IN DER OSTSEITE DER STADT ERRICHTEN. R. A͑QIBA SAGT, MAN DÜRFE ES IN JEDER SEITE, NUR NIGHT IN DER WESTSEITE. MAN ENTFERNE DIE BEIZE VON KRÄUTERN, LAUCH UND ZWIEBELN, UND SENF VON BIENEN. R. JOSE ERLAUBT ES BEIM SENF.

3GEMARA. Sie fragten: Wie meint es R. A͑qiba: daß man sie an jeder Seite nahe anlegen dürfe, mit Ausnahme der Westseite, an der man sie fünfzig Ellen entfernen muß, oder aber: daß man sie in jeder Seite in einer Entfernung von fünfzig Ellen anlegen dürfe, mit Ausnahme der Westseite, in der man sie überhaupt nicht anlegen darf? –

4Komm und höre: Es wird gelehrt: R. A͑qiba sagt, man dürfe sie in jeder Seite in einer Entfernung von fünfzig Ellen anlegen, mit Ausnahme der Westseite, in der man sie überhaupt nicht anlegen dürfe, weil diese beständig ist.

5Raba sprach zu R. Naḥman: Was heißt ‘beständig’, wollte man sagen, beständig an Winden, so sagte ja R. Ḥanan b. Abba im Namen Rabhs: Vier Winde wehen jeden Tag, und mit allen auch der Nordwind, denn, wenn dem nicht so wäre, so würde die Welt auch nicht eine Stunde bestehen können. Am unerträglichsten unter allen ist der Südwind, und wenn der Habicht [engel] ihn nicht zurückhalten würde, würde er die Welt zerstören, denn es heißt:durch deine Einsicht hebt der Habicht seine Schwingen, breitet seine Fittige aus nach dem Süden hin!? –

6Vielmehr, unter ‘beständig’ ist die Beständigkeit der Göttlichkeit zu verstehen. R. Jehošua͑ b. Levi sagte nämlich: Wohlan, wir wollen unseren Vorfahren danken, daß sie uns den Ort des Gebetes mitgeteilt haben, denn es heißt:das Heer des Himmels verneigt sich vor dir.

7R. Aḥa b. Ja͑qob wandte ein: Vielleicht gleich einem Diener, der von seinem Herrn eine Belohnung empfängt, rückwärts zurücktritt und sich verneigt!? – Ein Einwand.

8R. Oša͑ja aber ist der Ansicht, die Göttlichkeit sei überall, denn R. Oša͑ja sagte: Es heißt:du, Herr bist es allein, du hast geschaffen den Himmel &c. Deine Boten gleichen nicht den Boten aus Fleisch und Blut; Boten aus Fleisch und Blut bringen ihre Botschaft zurück nach dem Orte, woher sie entsandt worden sind, deine Boten aber bleiben da, wohin sie mit ihrer Botschaft entsandt worden sind, denn es heißt:entsendest du Blitze, daß sie gehen und zu dir sagen: Hier sind wir? Es heißt nicht: sie kommen und sagen, sondern: sie gehen und sagen, dies lehrt, daß die Göttlichkeit überall ist.

9Und auch R. Jišma͑él ist der Ansicht, die Göttlichkeit sei überall, denn in der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Woher, daß die Göttlichkeit überall ist? Es heißt:und siehe, der Engel, der mit mir redete, ging hinaus, und ein anderer Engel kam ihm entgegen; es heißt nicht: hinter ihm, sondern: ihm entgegen, dies lehrt, daß die Göttlichkeit überall ist.

10Und auch R. Šešeth ist der Ansicht, die Göttlichkeit sei überall, denn R. Šešeth sagte zu seinem Diener: Nach allen Richtungen kannst du mich stellen, nur nicht nach der östlichen Richtung, weil die Minäer (des Jesus) diese wählen.

11R. Abahu aber ist der Ansicht, die Göttlichkeit befinde sich in der Westseite, denn R. Abahu sagte: Sie heißt deshalb avarja, weil da die Luft Gottes [avirja] ist.

12R. Jehuda sagte: Es heißt:es ergieße sich [jaa͑roph] meine Lehre wie Regen, das ist der Westwind, der von der Nackenseite [o͑rpo] der Welt kommt.

13Es träufle [tizal] meine Rede wie der Tau, das ist der Nordwind, der das Gold wohlfeil [mazeleth] macht, denn so heißt es:die Gold aus dem Beutel verschwenden.

14Wie Regenschauer [sei͑rim] auf junges Grün, das ist der Ostwind, der wie ein Gespenst [sai͑r] die ganze Welt erzittern macht.Wie Wassertropfen auf das Gras, das ist der Südwind, der Wassertropfen bringt und das Gras wachsen macht.

15Es wird gelehrt: R. Elie͑zer sagte: Die Welt

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.