Bava Batra — Blatt 57b

1hier wird von einem gemeinschaftlichen Hofe gesprochen, bei dem man auf das Aufstellen allein nicht achtet, wohl aber auf die Errichtung einer Wand. –

2Achtet man denn nicht auf das Aufstellen allein, wir haben ja gelernt, Gemeinschafter, die einander den Genuß abgelobt haben, dürfen nicht [ihren gemeinschaftlichen] Hof betreten!?

3Vielmehr, erklärte R. Naḥman im Namen des Rabba b. Abuha, hier wird vom Platze hinter den Häusern gesprochen, bei dem man auf das Aufstellen allein nicht achtet, wohl aber auf die Errichtung einer Wand.

4R. Papa erklärte: Beide sprechen von einem gemeinschaftlichen Hofe, und da manche es in einem solchen Falle genau nehmen und manche nicht, so entscheide man bei geldlichen Angelegenheiten erleichternd und bei kanonischen Angelegenheiten erschwerend.

5Rabina erklärte: Tatsächlich nimmt man es in einem solchen Falle nicht genau, nur ist dort die Ansicht R. Elie͑zers vertreten, denn es wird gelehrt: R. Elie͑zer sagt, für einen durch Gelübde des Genusses Entzogenen ist auch das Wertlose verboten.

6R. Joḥanan sagte im Namen des R. Banaá: Gemeinschafter können einander bei allem hindern, nur nicht beim Waschen, denn es ist nicht die Art der jisraélitischen Töchter, sich bei der Wäsche dem Unglimpfe auszusetzen.

7Und seine Augen verschließt, um nicht Böses zu schauen. R. Ḥija b. Abba erklärte: Der nicht Frauen betrachtet, wenn sie beim Waschen stehen. –

8In welchem Falle: gibt es einen anderen Weg, so ist er ja ein Frevler, und gibt es keinen anderen Weg, so ist er ja dazu gezwungen!? – Tatsächlich, wenn es keinen anderen Weg gibt, dennoch muß man sich bezwingen.

9R. Joḥanan fragte R. Banaá: Wie muß das Hemd eines Schriftgelehrten sein? – Daß unten sein Leib nicht zu sehen sei. – Wie muß das Obergewand eines Schriftgelehrten sein? – Daß unten keine Handbreite von seinem Hemde zu sehen sei. – Wie muß der Tisch eines Schriftgelehrten sein? – Zwei Drittel bedeckt und ein Drittel unbedeckt, wo die Schüsseln und Kräuter stehen; der Henkel muß nach außen sein. –

10Es wird ja aber gelehrt, der Henkel müsse nach innen sein!? – Das ist kein Widerspruch; eines, wenn ein Kind anwesend ist, und eines, wenn kein Kind anwesend ist.

11Wenn du willst, sage ich: beides wenn ein Kind anwesend ist, dennoch ist dies kein Widerspruch; eines, wenn ein Diener vorhanden ist, und eines, wenn kein Diener vorhanden ist.

12Wenn du aber willst, sage ich: beides wenn ein Diener vorhanden ist, dennoch ist dies kein Widerspruch; eines gilt am Tage und eines gilt nachts.

13Der [Tisch] eines Menschen aus dem gemeinen Volke gleicht

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.