Bava Batra — Blatt 5a
1Rabina umgab Ronja von allen vier Seiten; da sprach er zu ihm: Ersetze mir gemäß der Umzäunung. Dieser ersetzte ihm aber nichts. – Ersetze mir den billigen Rohrwert. Dieser aber ersetzte ihm nichts. – Ersetze mir nach dem Bewachungslohne. Dieser aber ersetzte ihm nichts.
2Eines Tages pflückte er Datteln; da sprach jener zu seinem Pächter: Geh, hole einen Dattelkamm. Als dieser ihn holen wollte, schrie er ‘ihn an. Darauf sprach jener zu ihm: Du hast nun bekundet, daß dies dir lieb ist; sollten es auch nur die Ziegen sein. Dieser erwiderte: Ziegen braucht man nur anzuschreien. Jener entgegnete: Müßtest du etwa nicht jemand haben, der sie anschreit!? Du brauchtest also eine Bewachung.
3Als sie darauf vor Raba kamen, sprach er zu ihm: Geh, befriedige ihn damit, womit er sich für befriedigt erklärt, sonst verurteile ich dich nach der Ansicht R. Joses, gemäß der Auslegung R. Honas.
4Einst kaufte Ronja Ackerland an der Grenze Rabinas, und Rabina wollte ihn fern halten auf Grund des Retraktrechtes; da sprach R. Saphra, Sohn des R. Jeba, zu Rabina: Die Leute pflegen zu sagen: vier für das Fell und vier für den Gerber.
5WENN DIE ZWISCHENWAND EINES HOFESEINSTÜRZT, SO VERPFLICHTET MAN JEDEN, SIE BIS VIER ELLENAUFZUBAUEN; [VON JEDEM] WIRD ANGENOMMEN, DASS ER BEIGETRAGEN HAT, BIS DER ANDEREDEN BEWEIS ERBRINGT, DASS ER NICHT BEIGETRAGEN HAT.
6ÜBER VIER ELLEN KANN MAN KEINENVERPFLICHTEN; WENN ABER DER ANDEREDANEBEN EBENFALLSEINE WAND GEBAUT HAT, AUCH WENN ER DARÜBER NOCH KEINE BALKEN GELEGT HAT, SO WIRD IHM ALLES AUFERLEGT; ES WIRD ANGENOMMEN, DASS ER NICHT BEIGETRAGENHAT, BIS ER DEN BEWEIS ERBRINGT, DASS ER BEIGETRAGEN HAT.
7GEMARA. Reš Laqiš sagte: Wenn jemand einem eine Frist festgesetzt hat und dieser darauf sagt, er habe ihm innerhalb der Frist bezahlt, so ist er nicht glaubhaft; daß er doch zur Frist bezahlen möchte! Abajje und Raba aber sagen beide, man pflege auch innerhalb der Frist zu bezahlen, denn es kann vorkommen, daß man gerade Geld hat und sagt: ich will gehen und ihm bezahlen,
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.