Bava Batra — Blatt 73a
1Sollte er doch sagen: zum Streite zwischen R. Šimo͑n und den Rabbanan. — Folgendes lehrt er uns: daß R. Menaḥem b. Jose der Ansicht R. Šimo͑ns ist.
2WER EIN SCHIFF VERKAUFT HAT, HAT AUCH DEN MASTBAUM, DAS SEGEL, DIE ANKER UND ALLES, WAS ZUR FÜHRUNG NÖTIG IST, MITVERKAUFT; NICHT ABER HAT ER DIE BESATZUNG, DIE SÄCKE UND DIE LADUNG MITVERKAUFT. WENN ER ABER ZU IHM GESAGT HAT: ES UND ALLES, WAS SICH DARIN BEFINDET, SO IST DIES ALLES MITVERKAUFT.
3GEMARA. Toren, das ist der Mast, denn so heißt es: Zedern dem Lebanon nahmen sie, um den Mast [toren] auf dir anzufertigen. Nes, das ist das Segel, wie es heißt: Byssus mit Buntstickerei aus Miçrajim wurde für dich ausgebreitet, daß er dir als Segel [nes] diene. O͑gin, das sind, wie R. Ḥija erklärte, die Anker, denn so heißt es: solltet ihr denn warten, bis sie erwachsen wären? Solltet ihr euch darum einschließen [tea͑gena] und nicht eines Mannes werden ?
4Was zur Führung nötig ist, das sind, wie R. Abba erklärte, die Ruder, denn so heißt es aus Eichen von Bašan machten sie deine Ruder. Wenn du aber willst, entnehme ich es aus folgendem: da werden dann alle, die das Ruder in der Hand haben, von ihren Schiffen herabsteigen.
5Die Rabbanan lehrten: Wer ein Schiff verkauft hat, hat auch die Leiter und den Wasserbehälter mitverkauft. R. Nathan sagt, wer ein Schiff verkauft hat, habe auch das Boot mitverkauft. Symmachos sagt, wer ein Schiff verkauft hat, habe auch das Fischerboot mitverkauft.
6Raba sagte: Boot und Fischerboot sind dasselbe; R. Nathan war Babylonier und nannte es Boot, wie die Leute auch von den Mesan-Booten zu sprechen pflegen; Symmachos aber war Palästinenser und nannte es Fischerboot, wie es heißt:und euren Nachwuchs in Fischerbooten.
7Rabba sagte: Die Seefahrer erzählten mir folgendes. Die Woge, die das Schiff zum Sinken bringt, erscheint an der Spitze wie ein weißer Feuerstrahl, und wenn wir darauf mit einem Stabe schlagen, auf dem geschrieben steht: ‘ich werde sein, der ich sein werde. Jah, der Herr der Heerscharen, Amen, Amen, Sela’, so wird sie ruhig.
8Rabba erzählte [ferner]: Die Seefahrer sagten mir folgendes. Zwischen einer Woge und der anderen sind es dreihundert Parasangen und die Höhe der Woge beträgt ebenfalls dreihundert [Parasangen]. Einmal befanden wir uns auf der Reise und eine Woge hob uns so hoch, daß wir die Lagerstätte eines Sternes sahen, und sie hatte den Umfang einer Saatfläche von vierzig Maß Senfkörner; hätte sie uns noch höher hochgehoben, so würden wir durch seine Wärme verbrannt worden sein.
9Da rief eine Woge ihrer Gefährtin zu: Gefährtin, hast du etwas auf Erden zurückgelassen, ohne überschwemmt zu haben? Ich will gehen und es vernichten. Diese erwiderte: Geh, sieh doch die Macht deines Herrn; nicht einen Faden breit darf ich über den [Ufer]sand austreten, wie es heißt:Mich wollt ihr nicht fürchten, Spruch des Herrn, vor mir wollt ihr nicht erbeben? Ich habe dem Meere den Sand als Grenze gesetzt, ein ewiges Gesetz, das es nicht übertreten darf.
10Rabba erzählte [ferner]: Einst sah ich Ahriman, den Sohn der Lilith, wie er auf der Kante der Mauer von Maḥoza lief; unten ritt ein Reiter auf einem Tiere und konnte ihn nicht einholen. Einmal sattelte man ihm zwei Tiere auf zwei Brücken
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.