Bava Batra — Blatt 77b

1wie wir gelernt haben: Man schreibe dem Verkäufer einen Schein, auch wenn der Käufer nicht zugegen ist; sobald [der Käufer] das Grundstück in Besitz nimmt, wird die Urkunde miterworben, wo sie sich auch befindet. Das ist es, was wir gelernt haben: Güter, die keine Sicherheit gewähren, werden mit Gütern geeignet, die Sicherheit gewähren, durch Geld, Urkunde und Besitznahme!? –

2Anders ist es, wenn es in Verbindung erfolgt. So wird auch eine Münze durch Tausch nicht geeignet, in Verbindung mit einem Grundstücke aber wird sie dadurch wohl geeignet.

3So hatte R. Papa zwölftausend Zuz von den Hozäern zu erhalten, und er eignete sie R. Šemuél b. Aḥa zu in Verbindung mit seiner Stubenschwelle. Als dieser heimkehrte, ging er ihm bis Tavakh entgegen.

4NICHT ABER HAT ER DIE BESATZUNG, DIE SÄCKE UND DIE LADUNG MITVERKAUFT. Was heißt Ladung? R. Papa erwiderte: Die in diesem sich befindliche Ware.

5WER EINEN WAGEN VERKAUFT HAT, HAT NICHT DIE MAULTIERE MITVERKAUFT, UND WER DIE MAULTIERE VERKAUFT HAT, HAT NICHT DEN WAGEN MITVERKAUFT. WER EIN JOCH VERKAUFT HAT, HAT NICHT DIE RINDER MITVERKAUFT; WER DIE RINDER VERKAUFT HAT, HAT NICHT DAS JOCH MITVERKAUFT. R. JEHUDA SAGT, DER KAUFPREIS ENTSCHEIDET; WENN ER BEISPIELSWEISE ZU IHM GESAGT HAT: VERKAUFE MIR DEIN JOCH FÜR ZWEIHUNDERT ZUZ, SO IST ES KLAR, DASS DAS JOCH ALLEIN NICHT ZWEIHUNDERT ZUZ WERT IST. DIE WEISEN ABER SAGEN, DER KAUFPREIS BEWEISE NICHTS.

6GEMARA. R. Taḥipha b. Abimi rezitierte vor R. Abahu: Wer den Wagen verkauft hat, hat auch die Maultiere mitverkauft. – Wir haben ja aber gelernt: hat nicht mitverkauft!? Jener fragte: Soll ich es streichen!? Dieser erwiderte: Nein, beziehe deine Lehre auf den Fall, wenn sie angespannt waren.

7WER EIN JOCH VERKAUFT HAT, HAT NICHT DIE RINDER MITVERKAUFT &C. In welchem Falle: wollte man sagen, wenn man das Joch ‘Joch’ und die Rinder ‘Rinder’ nennt, so ist dies ja selbstverständlich, er hat ihm ja nur ein Joch verkauft und keine Rinder, und wenn man auch die Rinder ‘Joch’ nennt, so hat er ihm ja alles verkauft!? –

8In dem Falle, wenn man gewöhnlich das Joch ‘Joch’ und die Rinder ‘Rinder’ nennt, und manche auch die Rinder ‘Joch’ nennen; R. Jehuda sagt, der Kaufpreis entscheide, und die Weisen sagen, der Kaufpreis beweise nichts. – Wenn der Kaufpreis auch nichts beweist, aber immerhin sollte doch der Kauf aufgehoben werden!?

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.