Bava Batra — Blatt 80a
1WER VON SEINEM NÄCHSTEN DIE FRUCHT EINES TAUBENSCHLAGESKAUFT, MUSS DIE ERSTE BRUTZURÜCKLASSEN. WENN DIE FRUCHT EINES BIENENSTOCKES, SO ERHÄLT ER DREI SCHWÄRME, SODANN MACHE [DER VERKÄUFER DIE BIENEN] UNFRUCHTBAR. WENN DIE HONIGWABEN, SO MUSS ER ZWEI WABENZURÜCKLASSEN; WENN OLIVENBÄUME ZUM FÄLLEN, SO LASSE ER ZWEI REISER ZURÜCK.
2GEMARA. Es wird ja aber gelehrt, die erste und die zweite Brut!? R. Kahana erwiderte: Das ist kein Einwand; eines gilt von dieser selber und eines gilt von der Mutter. –
3Bei der Mutter erfolgt dies wohl aus dem Grunde, weil sie sich anschließt der Tochter und dem Männchen, die ihr Zurückbleiben, ebenso schließt sich ja auch diese der Mutter und dem Männchen an, die man ihr zurückläßt!? – Die Mutter schließt sich der Tochter an, nicht aber schließt sich die Tochter der Mutter an.
4WENN DIE FRUCHT EINES BIENENSTOCKES, SO ERHÄLT ER DREI SCHWÄRME, SODANN MACHE [DER VERKÄUFER DIE BIENEN] UNFRUCHTBAR. Womit macht man sie unfruchtbar? R. Jehuda erwiderte im Namen Šemuéls: Mit Senf. Im Westen sagten sie im Namen des R. Jose b. Ḥanina: Nicht unfruchtbar macht sie der Senf, vielmehr macht er ihnen den Mund bitter, und sie beginnen ihren Honig zu essen.
5R. Joḥanan erklärte: Er erhält drei Bienenschwärme abwechselnd. In einer Barajtha wurde gelehrt: Er erhält drei Bienenschwärme hintereinander, sodann erhält er einen und einer bleibt.
6WENN DIE HONIGWABEN, SO MUSS ER ZWEI WABEN ZURÜCKLASSEN &C. R. Kahana sagte: Der Honig im Bienenstöcke verliert niemals seine Eigenschaft als Speise.
7Er ist also der Ansicht, eine Bestimmung sei nicht erforderlich. Man wandte ein: Der Honig im Bienenstöcke ist weder eine Speise noch ein Getränk!? Abajje erwiderte: Dies bezieht sich auf die zwei Waben. Raba erwiderte: Hier ist die Ansicht R. Elie͑zers vertreten,
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.