Bava Batra — Blatt 81b
1Was ist der Grund R. Meírs bei einem Baume, und was ist der Grund der Rabbanan bei zwei Bäumen? Dieser erwiderte: Über eine Sache, zu der auch die Altvorderen keinen Grund angegeben haben, befragst du mich im Lehrhause, um mich zu beschämen!
2Rabba sprach: Was ist dies für eine Frage, vielleicht ist es R. Meír bei einem Baume zweifelhaft, und ebenso den Rabbanan bei zwei Bäumen zweifelhaft? –
3Ist es ihm denn zweifelhaft, es heißt ja: weil er den Boden nicht mitgeeignet hat – so R. Meír!? – Lies: er hat vielleicht den Boden nicht mitgeeignet. –
4Sollte doch berücksichtigt werden, vielleicht sind es keine Erstlinge, sodann bringt er Profanes in den Tempelhof!? – Er weihe sie. – Sie werden ja gegessen!? – Er löse sie nachher aus. – Vielleicht sind es keine Erstlinge, sodann entzieht er sie dadurch [der Entrichtung] der Hebe und der Verzehntung!? – Er entrichte sie. –
5Allerdings kann er die große Hebe einem Priester und den Armenzehnten einem armen Priester geben, wem aber kann er den ersten Zehnten geben, der ja einem Leviten gehört!? –
6Er gebe ihn ebenfalls einem Priester. Dies nach R. Elea͑zar b. A͑zarja, denn es wird gelehrt: Die große Hebe gehört dem Priester, und der erste Zehnt dem Leviten – so R. A͑qiba; R. Elea͑zar b. A͑zarja sagt, auch der erste Zehnt gehöre dem Priester. – Vielleicht sind es Erstlinge und benötigen das Lesen!? – [Die Darbringung] ist vom Lesen nicht abhängig. –
7Etwa nicht, R. Zera sagte ja, was zum Umrühren geeignet ist, sei vom Umrühren nicht abhängig, und was zum Umrühren nicht geeignet ist, sei vom Umrühren abhängig! ? –
8Er verfahre hierbei nach R. Jose b. R. Ḥanina, denn er sagte: Wenn jemand [die Erstlinge] gepflückt und sie durch einen Boten gesandt hat, oder wenn der Bote auf der Reise gestorben ist, so bringe er sie und lese [den Abschnitt] nicht, denn es heißt:du sollst nehmenund bringen,
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.