Bava Batra — Blatt 90a
1und ein U͑kla. – Wieviel ist ein U͑kla? – Ein Fünftel eines Viertel[kabs]. An Flüssigkeitsmaßen mache man einen Hin, einen halben Hin, einen drittel Hin, einen viertel Hin. ein Log, ein halbes Log, ein viertel Log, ein achtel Log und ein Achtel eines Achtels, das ist ein Qortub. –
2Sollte man doch auch einen Zweikab machen? – Man könnte ihn mit einem Trikab verwechseln. – Demnach irren Menschen um ein Drittel, somit sollte man auch keinen Kab machen, denn man könnte ihn mit einem halben Trikab verwechseln!? – Vielmehr, einen Zweikab mache man deshalb nicht, weil man ihn mit einem halben Trikab verwechseln könnte. –
3Demnach irrt man sich um ein Viertel, somit sollte man auch ein halbes Achtel und ein U͑kla nicht machen!? R. Papa erwiderte: Bei kleinen Maßen sind die Leute kundig. –
4Sollte man doch einen drittel Hin und einen viertel Hin nicht machen dürfen!? – Da diese im Tempel verwandt wurden, so haben es die Rabbanan nicht verboten. – Sollte man es auch im Tempel verboten haben!? – Priester sind vorsichtig.
5Šemuél sagte: Man füge zu den Maßen nicht mehr als ein Sechstel hinzu, zu einer Münze nicht mehr als ein Sechstel, und wer [an Waren] verdient, verdiene nicht mehr als ein Sechstel. – «Man füge zu den Maßen nicht mehr als ein Sechstel hinzu.» Aus welchem Grunde: wollte man sagen, wegen der Preissteigerung, so sollte doch auch ein Sechstel verboten sein!?
6Wollte man sagen, wegen der Übervorteilung, damit nicht eine Aufhebung des Kaufes erfolge, so sagte ja Raba, bei Dingen, die nach Maß, Gewicht oder Zahl verkauft werden, könne man zurücktreten, auch wenn die Übervorteilung das hierfür festgesetzte Maß nicht erreicht!?
7Und wollte man sagen, damit der Händler keinen Schaden erleide, so [ist zu erwidern:]
8soll er etwa nur keinen Schaden erleiden, aber auch nichts verdienen; kaufen und verkaufen, um Kaufmann zu heißen!?
9Vielmehr, erklärte R. Ḥisda, Šemuél fand einen Schriftvers und legte ihn aus :der Šeqel soll zwanzig Gera betragen; zwanzig Šeqel, fünfundzwanzig Šeqel, zehn Šeqel und fünf Šeqel soll euch die Minegelten.
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.