Bava Batra — Blatt 91a

1dies aus einer Hyparchie nach einer anderen.

2Die Rabbanan lehrten: Man darf im Jisraéllande an Dingen, die als Nahrungsmittel dienen, zum Beispiel Wein, Öl und Mehl, nichts verdienen.

3Man erzählt von R. Elea͑zar b. Azar ja, daß er an Wein und Öl verdiente. Hinsichtlich des Weines war er der Ansicht R. Jehudas, und Öl war in der Ortschaft des Elea͑zar b. A͑zarja genügend vorhanden.

4Die Rabbanan lehrten: Man darf nicht an Eiern doppelt verdienen. Mari b. Mari sagte: Hierüber streiten Rabh und Šemuél; einer erklärt: auf eines zwei, und einer erklärt: ein Kaufmann an einen anderen Kaufmann.

5Die Rabbanan lehrten: Man flehe wegen der Waren, selbst am Šabbath.

6R. Joḥanan sagte : Zum Beispiel Linnenzeug in Babylonien und Wein und Öl im Jisraéllande. R. Joseph sagte: Dies nur, wenn der Preis von zehn auf sechs gesunken ist.

7Die Rabbanan lehrten: Man darf nur dann aus dem Jisraéllande nach dem Auslande ziehen, wenn zwei Seá [Getreide] einen Sela͑ kosten. R. Šimo͑n sagte: Nur dann, wenn man nichts zu Laufen findet, wenn man aber zu kaufen findet, so darf man nicht fortziehen, selbst wenn eine Seá einen Sela͑ kostet.

8Ebenso sagte auch R. Šimo͑n b. Joḥaj: Elimelekh, Maḥlon und Kiljon waren Große des Zeitalters und Vorsteher des Zeitalters, und sie sind nur deshalb bestraft worden, weil sie aus dem Jisraéllande nach dem Auslande zogen. Es heißt :und ganze Stadt geriet über sie in Aufruhr und sie sprachen: Ist das Nao͑mi? R. Jiçḥaq sagte: Sie sprachen: Habt ihr gesehen, wie es der Nao͑mi ergangen ist, die aus dem Jisraéllande nach dem Auslande zog?

9Ferner sagte R. Jiçḥaq: An dem Tage, an dem die Moabiterin Ruth nach dem Jisraéllande kam, starb die Frau des Boa͑z. Das ist es, was die Leute sagen: Noch ist der Sterbende nicht verschieden, und schon ist sein Nachfolger in Bereitschaft.

10Rabba b. Jiçḥaq sagte im Namen Rabhs : Ibçan ist mit Boa͑z identisch. – Was lehrt er uns damit? – Dasselbe, was Rabba b. Jiçḥaq anderweitig lehrte, denn Rabba b. Jiçḥaq sagte im Namen Rabhs: Hundertundzwanzig Gastmähler bereitete Boa͑z seinen Kindern, denn es heißt: Er hatte dreißig Söhne, dreißig Töchter gab er weg nach auswärts, und er führte seinen Söhnen dreißig Töchter von auswärts zu. Er richtete Jisraél sieben Jahre.

11Jedem von ihnen veranstaltete er zwei Gastmäh1er, eines im Hause des Vaters und eines im Hause des Schwiegervaters. Zu keinem von allen lud er Manoaḥ ein, denn er sagte: Womit kann dieser sterile Maulesel es mir zurückerstatten.

12Es wird gelehrt: Alle sind sie bei seinen Lebzeiten gestorben. Das ist es, was die Leute sagen; Was sollen dir die sechzig, die du für Lebzeiten gezeugt hast; wiederhole und zeuge einen, der besser ist als die sechzig.

13R. Ḥanan b. Raba sagte im Namen Rabhs: Elimelekh, Šalmon, jener und der Vater der Nao͑mi waren sämtlich Kinder Naḥšons, des Sohnes A͑minadabs. – Was lehrt er uns damit? – Daß auch die Verdienste der Vorfahren einem nicht beistehen, wenn er aus dem Jisraéllande nach dem Auslande zieht.

14Ferner sagte R. Ḥanan b. Raba im Namen Rabhs: Die Mutter Abrahams hieß Amathlaj, Tochter Karnebos; die Mutter Hamans hieß Amathlaj, Tochter O͑rabthis. Als Merkzeichen diene dir: Unreines ist unrein, Reines ist rein.

15Die Mutter Davids hieß Niçebeth, Tochter A͑daéls. Die Mutter Šimšons hieß Çlelponith und seine Schwester hieß Našiq. – In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? – Zur Antwort an die Minäer.

16Ferner sagte R. Ḥanan b. Raba im Namen Rabhs: Zehn Jahre war unser Vater Abraham eingesperrt, drei in Kutha und sieben in Qardu. R. Dimi aus Nehardea͑ lehrte es entgegengesetzt. R. Ḥisda sagte: Der kleine Übergang von Kutha ist Ur Kasdim.

17Ferner sagte R. Ḥanan b. Raba im Namen Rabhs: An dem Tage, an dem unser Vater Abraham aus der Welt schied, stellten sich alle Großen des Zeitalters in einer Reihe auf und sprachen: Wehe der Welt,

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.