Bava Batra — Blatt 98b
1Es wird gelehrt: Gealterter muß bis zum Hüttenfeste halten.
2WENN JEMAND SEINEM NÄCHSTEN EINEN PLATZ VERKAUFT, UM AUF DIESEM EIN HOCHZEITSHAUSFÜR SEINEN SOHN ODER EIN WITWENHAUS FÜR SEINE TOCHTER ZU BAUEN, SO BAUE ER VIER ZU SECHS ELLEN– SO R. A͑QIBA; R. JIŠMA͑ÉL SAGT, EIN SOLCHESSEI EIN RINDERSTALL.
3WER EINEN RINDERSTALL ERRICHTEN WILL, BAUE VIER ZU SECHS ELLEN;
4EIN KLEINES HAUS HAT SECHS ZU ACHT [ELLEN]; EIN GROSSES HAT ACHT ZU ZEHN, EIN SAAL HAT ZEHN ZU ZEHN; DIE HÖHE BETRÄGT DIE HÄLFTE DER LÄNGE UND DIE HÄLFTE DER BREITE. EIN BEWEIS DAFÜR? R. ŠIMO͑N B. GAMLIÉL SAGTE, DER BAU DES TEMPELS.
5GEMARA. Wozu lehrt er dies von einem Hochzeitshause für seinen Sohn und einem Witwenhause für seine Tochter, sollte er es doch von einem Hochzeitshause für seinen Sohn oder seine Tochter lehren!? – Er lehrt uns etwas nebenbei, daß es nämlich nicht schicklich sei, wenn der Bräutigam bei seinem Schwiegervater wohnt.
6So heißt es auch im Buche des Ben Sira: Alles wog ich auf der Wage und fand nichts leichter als Kleie; leichter als Kleie ist ein Bräutigam, der im Hause seines Schwiegervaters wohnt; leichter als ein solcher Bräutigam ist ein Gast, der einen anderen Gast mitnimmt; und leichter als ein solcher Gast ist der, der antwortet bevor er hingehört. So heißt es auch:antwortet einer bevor er hingehört, so wird es ihm als Narrheit und als Schande angerechnet.
7R. JIŠMA͑ÉL SAGT, DIES SEI EIN RINDERSTALL. WER ERRICHTEN &C. Wer lehrte [den Passus] vom Rinderstalle? – Manche sagen, R. Jišma͑él lehrte ihn, und manche sagen, R. A͑qiba lehrte ihn.
8Manche sagen, R. A͑qiba lehrte ihn, und er meint es wie folgt: obgleich ein solches ein Rinderstall ist, denn es kommt vor, daß man sich eine Wohnung gleich einem Rinderstalle errichtet. Manche sagen, R. Jišma͑él lehrte ihn, und er meint es wie folgt: denn wer einen Rinderstall errichten will, macht ihn vier zu sechs Ellen.
9EIN SAAL HAT ZEHN ZU ZEHN. Was heißt Saal? – Ein Rosensaal.
10Es wird gelehrt: Ein Vorhof hat zwölf zu zwölf Ellen. Was ist Vorhof? – Der Vorgarten eines Palastes.
11DIE HÖHE BETRÄGT DIE HÄLFTE DER LÄNGE UND DIE HÄLFTE DER BREITE. EIN BEWEIS DAFÜR? R. ŠIMO͑N B. GAMLIÉL SAGTE, DER BAU DES TEMPELS.
12Wer lehrte diesen Beweis? – Manche sagen, R. Šimo͑n b. Gamliél lehrte ihn, und er meint es wie folgt: ein Beweis hierfür, sagte R. Šimo͑n b. Gamliél, ist der Bau des Tempels. Manche sagen, der erste Autor lehrte ihn, und R. Šimo͑n b. Gamliél staunte darüber und sprach [zum ersten Autor] wie folgt: Wieso ist ein Beweis vom Tempel zu erbringen, baut denn alle Welt Gebäude gleich dem Tempel!?
13Es wird gelehrt: Manche sagen, die Höhe gleiche den Balken. – Sollte er doch sagen, die Höhe gleiche der Breite!? – Wenn du willst, sage ich: ein Haus ist oben breiter; wenn du aber willst, sage ich: wegen der Mauerlöcher.
14Einst ging R. Ḥanina aufs Land und man wies ihn da auf folgende einander widersprechende Schriftverse hin: Es heißt :das Gebäude, das der König Šelomo für den Herrn errichtete, war sechzig Ellen lang, zwanzig Ellen breit und dreißig Ellen hoch, und dem widersprechend heißt es:und für das Innere zwanzig Ellen Länge, zwanzig Ellen Breite und zwanzig Ellen Höhe!? Dieser erwiderte ihnen: Er rechnet von der Spitze der Kerubim an. — Was lehrt er uns damit? –
15Folgendes lehrt er uns:
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.