Bava Batra — Blatt 99a
1der untere [Raum] glich dem oberen; wie der obere zu nichts diente, ebenso diente auch der untere zu nichts.
2Dies ist eine Stütze für R. Levi, denn R. Levi, nach anderen R. Joḥanan, sagte : Folgendes ist uns von unseren Vorfahren überliefert: der Raum der [Bundes]!ade und der Kerubim ist im Maße nicht einbegriffen. Ebenso wird auch gelehrt: Die Lade, die Moše gemacht hatte, hatte auf jeder Seite einen freien Raum von zehn Ellen.
3Rabanaj sagte im Namen Šemuéls: Die Kerubim standen durch ein Wunder, denn es heißt :fünf Ellen der eine Flügel des Kerubs und fünf Ellen der andere Flügel des Kerubs; zehn Ellen von einem Ende der Flügel bis zum anderen Ende der Flügel; wo standen sie selbst? Wahrscheinlich standen sie durch ein Wunder.
4Abajje wandte ein: Vielleicht ragten sie herüber, wie bei den Hühnern!? Raba wandte ein: Vielleicht standen sie nicht gegeneinander!? R. Aḥa b. Ja͑qob wandte ein: Vielleicht standen sie quer!?
5R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, wandte ein: Vielleicht war das Gebäude oben breiter!? R. Papa wandte ein: Vielleicht waren die Flügel gebogen!? R. Aši wandte ein: Vielleicht waren sie verschränkt!? –
6Wie standen sie? – R. Joḥanan und R. Elea͑zar [streiten hierüber]; einer sagt, die Gesichter gegen einander, und einer sagt, die Gesichter nach dem Innenraume. – Gegen denjenigen, welcher sagt, die Gesichter gegen einander, [ist ja einzuwenden:] es heißt ja:die Gesichter nach dem Innenraume!? – Das ist kein Einwand ; eines, wenn die Jisraéliten den Willen Gottes tun, und eines, wenn die Jisraéliten nicht den Willen Gottes tun. –
7Gegen denjenigen, welcher sagt, die Gesichter nach dem Innenraume, [ist ja einzuwenden:] es heißt ja:die Gesichter gegen einander!? – Etwas seitwärts. Es wird nämlich gelehrt: Onkelos der Proselyt sagte: Die Kerubim waren Kinderfiguren, die Gesichter seitwärts, wie wenn ein Schüler sich von seinem Lehrer verabschiedet.
8WER EINE ZISTERNE HINTER DEM HAUSE EINES ANDEREN HAT, DARF HINEINGEHENZUR ZEIT, WENN MENSCHEN HINEINZUGEHEN PFLEGEN, UND HERAUSGEHEN ZUR ZEIT, WENN MENSCHEN HERAUSZUGEHEN PFLEGEN. ER DARF NICHT SEIN VIEH HINEINBRINGEN, UM ES AUS DER ZISTERNE ZU TRÄNKEN, VIELMEHR SCHÖPFE ER UND TRÄNKE ES DRAUSSEN. DER EINE BRINGE EIN SCHLOSS AN UND DER ANDERE BRINGE EIN SCHLOSS AN.
9GEMARA. Wo ist das Schloß anzubringen. R.Joḥanan erwiderte: Beide zur Zisterne. – Allerdings muß der Eigentümer der Zisterne das Wasser seiner Zisterne behüten, wozu aber braucht dies der Eigentümer des Hauses? R. Elea͑zar erwiderte:
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.