Bava Kamma — Blatt 116a

1vollständig fortgegossen werden; die Schule Hillels sagt, er könne zum Sprengen verwendet werden. R. Jišma͑él b. R. Jose sagte: Ich werde den Ausschlag geben: in der Wohnung werde er zum Sprengen verwendet, auf dem Felde werde er vollständig fortgegossen.

2Manche lesen: Alter werde zum Sprengen verwendet, neuer werde fortgegossen. Man erwiderte ihm: Eine dritte Ansicht ist nicht ausschlaggebend.

3WENN ER ABER ZU IHM SAGT: ICH WILL DEINES RETTEN &c. Weshalb denn, sollte er doch sagen: ich habe dich nur angeführt!?

4Es wird ja auch gelehrt: Wenn jemand aus dem Gefängnisse flüchtet und an eine Fähre herankommt, und [zum Fährmann] sagt: nimm einen Denar und setze mich hinüber, so hat dieser nur seinen Lohn zu beanspruchen. Demnach kann er zu ihm sagen: er habe ihn nur angeführt, ebenso sollte auch dieser sagen, er habe ihn nur angeführt!? –

5Dies gleicht vielmehr dem Schlußsatze: wenn er aber zu ihm gesagt hat: nimm diesen Denar als Lohn und setze mich hinüber, so muß er ihm den Lohn vollständig geben. –

6Welchen Unterschied gibt es zwischen dem Anfangsatze und dem Schlußsatze!? Rami b. Ḥama erwiderte: Hier wird von einem Fischer gesprochen, der beim Fischfangen (aus dem Meere) ist; er kann zu ihm sagen: du hast mich um einen Zuz Fische gebracht.

7WENN EIN STROM SEINEN ESEL UND DEN ESEL SEINES NÄCHSTEN FORTSCHWEMMT, SEINER IST EINE MINE WERT &C. Und [beides] ist nötig. Würde er nur das erste gelehrt haben, [so könnte man glauben,] nur da muß er ihm, wenn er es vereinbart hat, alles ersetzen, weil er den Schaden mit Händen anrichtet, wenn es aber von selber erfolgt, habe er ihm nur den Lohn zu zahlen.

8Und würde er nur den Schlußsatz gelehrt haben, [so könnte man glauben,] nur hierbei braucht er ihm, wenn er nichts vereinbart hat, nur den Lohn zu zahlen, weil der Schaden von selber erfolgt ist, wenn er ihn aber mit Händen anrichtet, müsse er ihm alles ersetzen. Daher ist [beides] nötig.

9R. Kahana fragte Rabh: Wie ist es, wenn er hinabgestiegen ist, um [den Esel des anderen] zu retten, und seiner von selbst heraufgekommen ist? Dieser erwiderte: Im Himmel erbarmte man sich seiner.

10So ereignete es sich einst, daß R. Saphra mit einer Karawane reiste, der ein Löwe folgte; jede Nacht gab ihm einer von ihnen einen Esel, den er fraß; als die Reihe an R. Saphra kam, gab er ihm ebenfalls seinen Esel, den er aber nicht fraß. Da beeilte sich R. Saphra und eignete ihn sich an.

11R. Aḥa aus Diphte sprach zu Rabina: Wozu brauchte er ihn sich anzueignen, zugegeben daß er ihn für den Löwen aufgegeben hatte, aber für jeden anderen hatte er ihn ja nicht aufgegeben!? Dieser erwiderte: R. Saphra tat dies nur als besondere Maßnahme.

12Rabh fragte Rabbi: Wie ist es, wenn er hinabgestiegen ist, um [den Esel des anderen] zu retten und ihn nicht gerettet hat? Dieser erwiderte: Auch eine Frage!? Er hat nur seinen Lohn zu beanspruchen.

13Er wandte gegen ihn ein: Wenn jemand einen Löhner gemietet hat,

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.