Bava Kamma — Blatt 17a
1nach der anderen sieben; manche sagen, dreißig.
2Die Rabbanan lehrten: Und viel Ehre erwies man ihm bei seinem Tode; dies bezieht sich auf Ḥizqija, den König von Jehuda, vor dem sechsunddreißigtausend Personen mit entblößter Schulter herzogen — so R. Jehuda.
3R. Nehemja sprach zu ihm: Dies geschah ja auch bei Aḥáb!?
4Vielmehr, sie legten eine Torarolle auf seine Bahre und sprachen: Dieser hat gehalten, was darin geschrieben steht. —
5Jetzt tun wir dies ja ebenfalls!? — Wir holen sie wohl hervor, legen sie aber nicht hinauf. Wenn du aber willst, sage ich, wir legen sie auch hinauf, sagen aber nicht: gehalten &c.
6Rabba b. Bar Ḥana erzählte: Einst ging ich mit R. Joḥanan und wollte ihn inbetreff dieser Sache befragen; er aber trat gerade in einen Abort ein. Als er herauskam, fragte ich es ihn, er antwortete jedoch nicht eher, als bis er die Hände gewaschen, die Tephillin angelegt und den Segensspruch gesprochen hatte. Alsdann sprach er: Wir sagen auch: er hat gehalten &c., wir sagen aber nicht: er hat gelehrt. —
7Der Meister sagte ja aber, das Studium der Tora sei sehr bedeutend, denn es bringt zur Handlung. — Das ist kein Einwand; dies gilt vom Lernen, jenes gilt vom Lehren.
8R. Joḥanan sagte im Namen des R. Šimo͑n b. Joḥaj: Es heißt:Heil euch, die ihr allenthalben an den Gewässern säet, and den Fuß der Ochsen und der Esel frei schweifen lasset; wer sich mit der Tora und Liebeswerken befaßt, dem ist der Erbbesitz zweier Stämme beschieden,
9denn es heißt: Heil euch, die ihr säet; unter ‘säen’ sind Liebeswerke zu verstehen, denn es heißt:lasset Liebeswerke eure Aussaat sein, und Liebe werdet ihr ernten, und unter ‘Wasser’ ist die Tora zu verstehen, denn es heißt:auf, ihr Durstigen alle, kommt herbei zum Wasser.
10Ihm ist der Erbbesitz zweier Stämme beschieden; ihm ist ein Thronhimmel beschieden, wie Joseph, denn es heißt:ein junger Fruchtbaum ist Joseph &c. Schößlinge ranken empor über die Mauer. Ihm ist ferner der Erbbesitz des Jissakhar beschieden, denn es heißt:Jissakhar ist ein starkknochiger Esel.
11Manche erklären: Seine Feinde fallen vor ihm, wie vor Joseph, denn es heißt:mit ihnen wird er Völker niederstoßen, allzumal die Enden der Erde. Ferner ist ihm gleich Jissakhar Einsicht beschieden, denn es heißt:von den Nachkommen Jissakhars solche, die Einsicht hatten in die Zeiten, so daß sie wußten, was Jisraél tun solle.
12IN WELCHEM FALLE GILT ES BEI DER FUSSCHÄDIGUNG ALS VERWARNT HINSICHTLICH DES ZERBRECHENS IM GEHEN? DAS VIEH GILT ALS VERWARNT, NUR WENN ES ETWAS IM GEWÖHNLICHEN GEHEN ZERBRICHT;
13WENN ES ABER AUSSCHLÄGT ODER GERÖLL UNTER SEINEN FÜSSEN ABPRALLT UND GEFÄSSE ZERBRICHT, SO IST NUR DIE HÄLFTE DES SCHADENS ZU ERSETZEN. WENN ES AUF EIN GEFÄSS TRITT UND ES ZERBRICHT, UND [EIN BRUCHSTÜCK] AUF EIN ANDERES FÄLLT UND ES ZERBRICHT, SO IST FÜR DAS ERSTE DER GANZE SCHADEN UND FÜR DAS ZWEITE DIE HÄLFTE DES SCHADENS ZU ERSETZEN.
14HÜHNER GELTEN ALS VERWARNT, WENN SIE IM GEWÖHNLICHEN GEHEN ETWAS ZERBRECHEN; WENN EINE SCHNUR AM FUSSE [EINES HUHNES] GEBUNDEN IST, ODER WENN ES UMHERHÜPFT UND DADURCH GEFÄSSE ZERBRICHT, SO IST NUR DIE HÄLFTE DES SCHADENS ZU ERSETZEN.
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.