Bava Kamma — Blatt 31b
1Beim ersten ist dies entschieden ein Verschulden, der zweite aber ist nur für die Körperschädigung ersatzpflichtig, weil er aufstehen sollte und nicht aufgestanden ist, für die Vermögensschädigung ist er ersatzfrei, weil er sagen kann, er habe diese Grube nicht gegraben.
2Man wandte ein: Sie alle sind ersatzpflichtig für die Körperschädigung und ersatzfrei für die Vermögensschädigung. Doch wohl auch der erste!? —
3Nein, außer dem ersten. — Er lehrt ja: alle!? R. Ada b. Ahaba erwiderte: Alle, die Geschädigten. —
4Was soll dies: erklärlich ist [das Wort] alle, Wenn du sagst, auch der erste sei einbegriffen, wieso aber heißt es alle, wenn du außer dem ersten sagst, es sollte doch heißen: die Geschädigten!?
5Vielmehr, erklärte Raba, der erste ist dem zweiten ersatzpflichtig sowohl für die Schädigung seines Körpers als auch für die Schädigung seines Vermögens, und der zweite ist dem dritten ersatzpflichtig nur für die Schädigung seines Körpers, nicht aber für die Schädigung seines Vermögens, weil er als Grube gilt und wir nicht finden, daß bei der Grubenschädigung für Geräte Ersatz zu leisten sei. —
6Einleuchtend ist dies nach Šemuél, welcher sagt, jedes Hindernis gelte als Grube, wie ist es aber nach Rabh zu erklären, welcher sagt, nur wenn man es preisgegeben hat, sonst aber nicht!? —
7Tatsächlich, wie wir vorhin erklärt haben, wenn du aber einwendest, sie sollten alle ersatzpflichtig sein, so erklärte es R. Ada b. Minjomi vor Rabina, dies gelte von dem Falle, wenn die Geräte an den Geräten zerbrochen worden sind.
8Der Meister sagte: Fallen sie beide über den ersten, so ist der erste ersatzpflichtig für den Schaden aller. Wieso kann [der letzte] über den ersten fallen!? R. Papa erwiderte: Wenn er wie ein Kadaver den Weg durchschneidet. R. Zebid erklärte: Wie ein Stab der Blinden.
9WENN DER EINE MIT SEINEM FASSE KOMMT UND DER ANDERE MIT SEINEM BALKEN UND DER KRUG DES EINEN AM BALKEN DES ANDEREN ZERBRICHT, SO IST ER ERSATZFREI, DENN WIE DER EINE IST AUCH DER ANDERE ZU GEHEN BERECHTIGT.
10BEFAND SICH DER BALKENTRÄGER VORAN UND DER FASSTRÄGER HINTER IHM, UND ZERBRACH DAS FASS AM BALKEN, SO IST DER BALKENTRÄGER ERSATZFREI.
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.