Bava Kamma — Blatt 38b
1und schlage sie, um wieviel mehr gilt dies von den Moabitern selbst
2Darauf sprach der Heilige, gepriesen sei er, zu ihm: Nicht wie du denkst, denke ich; ich habe zwei schöne Tauben aus ihnen hervorgehen lassen: die Moabiterin Ruth und die A͑mmoniterin Naa͑ma.
3Nun ist hieraus [ein Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn der Heilige, gepriesen sei er, zweier Tauben wegen zwei große Nationen verschont und sie nicht zerstört hat, um wieviel mehr würde die Tochter des Meisters, wenn sie würdig und geeignet gewesen wäre, daß ihr etwas gutes entstamme, am Leben geblieben sein.
4R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans: Der Heilige, gepriesen sei er, kürzt keinem Geschöpfe seinen Lohn, nicht einmal den Lohn für eine schöne Redewendung;
5die ältere nannte [ihren Sohn] Moab, daher sprach der Heilige, gepriesen sei er, zu Moše: Befehde die Moabiter nicht und lasse dich in keinen Krieg mit ihnen ein; nur in einen Krieg mit ihnen nicht einlassen, wohl aber durfte er ihnen Frondienste auferlegen.
6Die jüngere aber nannte [ihren Sohn] Ben A͑mmi, daher sprach der Heilige, gepriesen sei er, zu Moše:wenn du in die Nähe der A͑mmoniter kommst, so befehde sie nicht und streite nicht mit ihnen; nicht einmal Frondienst sollst du ihnen auferlegen.
7R. Ḥija b. Abba sagte im Namen des R. Jehušua͑ b. Qorḥa: Man beeile sich stets zu einem guten Werke, denn als Belohnung für die eine Nacht, um die die ältere der jüngeren zuvorgekommen war, ward es ihr beschieden, vier Generationen früher in Jisraél zu kommen: O͑bed, Jišaj, David und Šelomo, die jüngere erst mit Reḥabea͑m, denn es heißt:seine Mutter hieß Naa͑ma die A͑mmoniterin.
8Die Rabbanan lehrten: Wenn der Ochs eines Jisraéliten einen Ochsen eines Samaritaners niedergestoßen hat, so ist er ersatzfrei, wenn aber ein Ochs eines Samaritaners einen Ochsen eines Jisraéliten niedergestoßen hat, so hat er nicht verwarnt die Hälfte des Schadens und verwarnt den ganzen Schaden zu bezahlen.
9R. Meír sagt: Wenn ein Ochs eines Jisraéliten einen Ochsen eines Samaritaners niedergestoßen hat, so ist er ersatzfrei, wenn aber ein Ochs eines Samaritaners einen Ochsen eines Jisraéliten niedergestoßen hat, so hat er, ob nicht verwarnt oder verwarnt, den ganzen Schaden zu bezahlen.
10Demnach wäre R. Meír der Ansicht, die Samaritaner seien Löwen-Proselyten,
11ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Alle aus Reqem kommenden Blutflecke sind [levitisch] rein, nach R. Jehuda aber unrein, weil sie irrende Proselyten sind;
12die von Nichtjuden kommen, sind rein: die von Jisraéliten und Samaritanern kommen, sind nach R. Meír unrein, und nach den Weisen rein, weil sie hinsichtlich ihrer Blutflecke nicht verdächtig sind.
13Demnach ist R. Meír der Ansicht, die Samaritaner seien wirkliche Proselyten!?
14R. Abahu erwiderte: R. Meír hat sie inbetreff ihres Vermögens gemaßregelt, damit man sich nicht mit ihnen [geschlechtlich] vermische.
15R. Zera wandte ein: In folgenden Fällen ist die für Mädchen festgesetzte Geldbuße zu zahlen: wenn jemand einem Hurenkinde, einer Nethina oder einer Samaritanerin beigewohnt hat. Wenn man nun sagen wollte, R. Meír habe sie inbetreff ihres Vermögens gemaßregelt, so sollte man sie auch hierbei maßregeln, auf daß man sich mit ihnen nicht vermische!?
16Abajje erwiderte: Damit
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.