Bava Kamma — Blatt 3a
1abweidet, bis es ganz aus ist.
2Der Meister sagte: Und schickt, das ist die Fußschädigung, denn so heißt es: die den Fuß der Ochsen und der Esel schicken. Nur weil der Allbarmherzige geschrieben hat: die den Fuß der Ochsen und der Esel schicken. Worauf würdest du es denn sonst bezogen haben:
3wenn etwa auf die Hornschädigung, so befindet sich ja diese in der Schrift, und wenn auf die Zahnschädigung, so befindet sich ja auch diese in der Schrift!? —
4Dies ist nötig; man könnte glauben, beides beziehe sich auf die Zahnschädigung, nur spreche das eine von dem Falle, wenn es von Grund aus vernichtet wird, und das andere, wenn es nicht von Grund aus vernichtet wird, so lehrt er uns. —
5Woher wissen wir es nun, wo du dies auf die Fußschädigung beziehst, von der Zahnschädigung in dem Falle, wenn es nicht von Grund aus vernichtet wird? —
6Wie bei der Fußschädigung; wie es bei der Fußschädigung einerlei ist, ob es von Grund aus vernichtet wird oder nicht, ebenso ist es auch bei der Zahnschädigung einerlei, ob es von Grund aus vernichtet wird oder nicht.
7Der Meister sagte: Und abweiden läßt, das ist die Zahnschädigung, und so heißt es: wie der Zahn abweidet, bis es ganz aus ist. Nur weil der Allbarmherzige geschrieben hat: wie der Zahn abweidet, bis es ganz aus ist. Worauf würdest du es denn sonst bezogen haben:
8wenn etwa auf die Hornschädigung, so befindet sich ja diese in der Schrift, und wenn auf die Fußschädigung, so befindet sich ja auch diese in der Schrift!? — Dies ist nötig; man könnte glauben, beides beziehe sich auf die Fußschädigung, nur spreche das eine von dem Falle, wenn [das Tier] von selbst hinaufgegangen ist, und das andere, wenn [der Eigentümer] es hinaufgetrieben hat, so lehrt er uns. —
9Woher wissen wir es nun, wo du es auf die Zahnschädigung beziehst, von der Fußschädigung in dem Falle, wenn es von selbst hinaufgegangen ist!? —
10Wie bei der Zahnschädigung; wie es bei der Zahnschädigung einerlei ist, ob er es hinaufgetrieben hat oder es von selbst hinaufgegangen ist, ebenso ist es auch bei der Fußschädigung einerlei, ob er es hinaufgetrieben hat oder es von selbst hinaufgegangen ist. —
11Sollte doch der Allbarmherzige nur und schickt geschrieben haben, und nicht und abweiden läßt, denn [im ersten] ist ja sowohl die Fußschädigung als auch die Zahnschädigung einbegriffen!? Die Fußschädigung, denn es heißt: die den Fuß der Ochsen und der Esel schicken, die Zahnschädigung, denn es heißt:den Zahn der Tiere werde ich auf sie schicken. —
12Wenn nicht der überflüssige Schriftvers, so würde man nur das eine oder das andere verstanden haben; entweder die Fußschädigung, die eine Fahrlässigkeit ist, oder die Zahnschädigung, durch die [das Tier] einen Genuß hat. —
13Merke, sie sind ja gleichwertig, somit müßten doch beide einbegriffen sein, da man nicht weiß, welche auszuscheiden sei!? — Es ist dennoch nötig; man könnte glauben, nur wenn er [das Tier] hinaufgetrieben hat, nicht aber, wenn es selbst hinaufgegangen ist, so lehrt er uns.
14Welches ist die Unterart der Zahnschädigung? — Wenn [das Tier] aus Behaglichkeit sich an die Wand reibt oder aus Behaglichkeit Früchte beschmutzt. —
15Bei der Zahnschädigung hat [das Tier] durch den Schaden einen Genuß, es ist dein Eigentum und die Bewachung liegt dir ob, und dies ist ja auch bei diesen der Fall: es hat durch den Schaden einen Genuß, es ist dein Eigentum und dessen Bewachung liegt dir ob!? — Vielmehr, die Unterart der Zahnschädigung gleicht der Zahnschädigung, und die Worte R. Papas beziehen sich auf die Unterart von Fußschädigung.
16Welches ist die Unterart der Fußschädigung? — Wenn [das Tier] im Gehen einen Schaden mit dem Körper anrichtet, mit dem Haare, mit dem Futtersacke, den es aufhat, mit der Kandare, die es im Maule hat, oder mit der Glocke, die es am Halse hat. —
17Bei der Fußschädigung geschieht der Schaden durch Fahrlässigkeit, [das Tier] ist dein Eigentum und die Bewachung liegt dir ob, und auch bei diesen ist dies ja der Fall: der Schaden geschieht durch Fahrlässigkeit, es ist dein Eigentum und dessen Bewachung liegt dir ob!? — Vielmehr, die Unterart der Fußschädigung gleicht der Fußschädigung, und die Worte R. Papas beziehen sich auf die Unterart der Grubenschädigung.
18Welches ist die Unterart der Grubenschädigung: wollte man sagen, Hauptart heiße eine Grube von zehn [Handbreiten] und Unterart heiße eine von neun, so spricht ja die Schrift weder von neun noch von zehn!? -
19Das ist kein Einwand; der Allbarmherzige sagt:das tote soll ihm gehören, und den Rabbanan war es bekannt, daß [eine Grube] von zehn [Handbreiten] den Tod und eine von neun nur eine Schädigung und nicht den Tod herbeiführe. -
20Aber immerhin ist ja die eine Hauptart hinsichtlich des Todes und die andere Hauptart hinsichtlich der Schädigung!? —
21Vielmehr, wenn jemand seinen Stein, sein Messer oder sein Gepäckstück auf öffentlichem Gebiete hingelegt hat und sie Schaden angerichtet haben. —
22In welchem Falle: hat er ihren Besitz aufgegeben, so gelten sie ja sowohl nach Rabh als auch nach Šemuél als Grube,
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.