Bava Kamma — Blatt 3b
1und hat er den Besitz nicht aufgegeben, so gelten sie ja nach Šemuél, welcher sagt, sie alle seien von der Grubenschädigung zu folgern, als Grube, und nach Rabh, welcher sagt, sie alle seien von der Schädigung durch einen Ochsen zu folgern, als Ochs!?
2Die Grube ist von Anfang an Schaden anzurichten geeignet, sie ist dein Eigentum und die Bewachung liegt dir ob, ebenso sind auch diese von Anfang an Schaden anzurichten geeignet, sie sind dein Eigentum und die Bewachung liegt dir ob. — Vielmehr, die Unterart der Grubenschädigung gleicht der Grubenschädigung und die Worte R. Papas beziehen sich auf die Unterart von mabe͑h. —
3Was ist darunter zu verstehen: wenn nach Šemuél, welcher sagt, darunter sei die Zahnschädigung zu verstehen, so sagten wir ja, die Unterart der Zahnschädigung gleiche der Zahnschädigung, und wenn nach Rabh, welcher sagt, darunter sei ein von einem Menschen angerichteter Schaden zu verstehen, — was heißt bei ihm Hauptart und was Unterart!?
4Wolltest du sagen, Hauptart heiße sie, wenn sie wachend erfolgt ist, und Unterart, wenn schlafend, so haben wir ja gelernt, ein Mensch gelte stets als verwarnt, ob wachend oder schlafend! —
5Vielmehr, dies bezieht sich auf Schleim und Speichel. — In welchem Falle: haben sie den Schaden im Fluge angerichtet, so geschah dies ja durch seine Kraft, und wenn nachdem sie einen Ruhepunkt erreicht hatten, so gelten sie ja sowohl nach Rabh als auch nach Šemuél als Grube!? — Vielmehr, die Unterart von mabe͑h gleicht diesem selbst, und die Worte R. Papas beziehen sich auf die Unterart der Feuerschädigung.
6Welches ist die Unterart der Feuerschädigung: wollte man sagen [der Fall], wenn jemand einen Stein, ein Messer oder ein Gepäckstück auf der Spitze seines Daches hingelegt hat und sie durch einen gewöhnlichen Wind herabgefallen sind und Schaden angerichtet haben, — auf welche Weise: haben sie den Schaden im Fluge angerichtet, so gleichen sie ja der Feuerschädigung:
7bei der Feuerschädigung wirkt eine andere Kraft mit, es ist dein Eigentum und die Bewachung liegt dir ob, ebenso wirkt auch bei diesen eine andere Kraft mit, sie sind dein Eigentum und die Bewachung liegt dir ob!? — Vielmehr, die Unterart der Feuerschädigung gleicht der Feuerschädigung und die Worte R. Papas beziehen sich auf die Fußschädigung. —
8‘Die Fußschädigung’, wir sagten ja, die Unterart der Fußschädigung gleiche der Fußschädigung!? — Beim halben Ersatz für Geröllschaden, bezüglich dessen eine Lehre überliefert ist. —
9Weshalb nennt er sie Unterart der Fußschädigung!? — Hinsichtlich der persönlichen Haftbarkeit. —
10Aber dies war ja Raba fraglich, denn Raba fragte, ob der halbe Ersatz für Geröllschaden, dinglich oder persönlich zu leisten sei!? —
11Raba war es fraglich, R. Papa war es entschieden. —
12Weshalb nennt er es nach Raba, dem dies fraglich war, Unterart der Fußschädigung? — Weil man nicht ersatzpflichtig ist, wenn dies auf öffentlichem Gebiete erfolgt ist.
13DURCH DIE ABWEIDUNG [MABE͑H] UND DURCH DAS FEUER &C. Was heißt mabe͑h? — Rabh sagte, mabe͑h sei [die Schädigung durch] einen Menschen, und Šemuél sagte, mabe͑h sei die Zahnschädigung.
14Rabh sagte, mabe͑h sei [die Schädigung durch] einen Menschen, denn es heißt: der Wächter spricht: dir Morgen ist gekommen, aber auch die Nacht [kommt], wenn ihr fragen wollt, so fragt [bea͑ju].
15Šemuél sagte, mabe͑h sei die Zahnschädigung, denn es heißt: wie ist E͑sav durchsucht, seine Verborgenheiten entblößt [nibu͑]. — Wieso geht dies hieraus hervor? — Nach der Übersetzung R. Josephs: Wie ist E͑sav durchsucht, seine Verborgenheiten entblößt. —
16Weshalb sagt Rabh nicht wie Šemuél? — Er kann dir erwidern: heißt es etwa nibe͑h!? —
17Weshalb sagt Šemuél nicht wie Rabh? — Er kann dir erwidern: heißt es etwa boe͑h!? —
18Merke, aus diesen Schriftversen ist ja weder die Ansicht des einen noch die Ansicht des anderen zu erweisen, weshalb nun sagt Rabh nicht wie Šemuél!? — Er lehrt vom Ochsen und allen [Schädigungen] durch einen Ochsen. —
19Und Šemuél, er lehrt ja vom Ochsen und allen [Schädigungen] durch einen Ochsen!? R. Jehuda erwiderte: Unter ‘Ochs’ ist die Hornschädigung und unter ‘mabe͑h’ ist die Zahnschädigung zu verstehen. Er meint es wie folgt: die Eigenheit der Hornschädigung, wobei [das Tier] keinen Genuß hat,
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.