Bava Kamma — Blatt 55a
1Dieser erwiderte: Anstatt mich dies zu fragen, frage mich lieber, ob in diesem [das Wort] gut vorkommt oder nicht; ich weiß nämlich nicht, ob in diesem [das Wort] gut vorkomme oder nicht. Wende dich an R. Tanḥum b. Ḥanilaj, der bei R. Jehošua͑ b. Levi zu verkehren pflegte, der in der Agada bewandert war.
2Als er darauf zu diesem kam, sprach dieser zu ihm: Von ihm hörte ich es nicht, aber Šemuél b. Naḥum, Bruder der Mutter des R. Aḥa b. Ḥanina, manche sagen, Vater der Mutter des R. Aḥa b. Ḥanina, erklärte es mir wie folgt: weil sie später zerbrochen werden sollten. –
3Was ist denn dabei, daß sie später zerbrochen werden sollten!? R. Aši erwiderte: Es würde, behüte und bewahre, das Gute bei Jisraét aufgehört haben.
4R. Jehošua͑ sagte: Sieht jemand [den Buchstaben] Ṭeth im Traume, so ist dies ein gutes Zeichen für ihn. – Aus welchem Grunde: wollte man sagen, weil dies gutes heiße, so heißt es ja auch:mit einem Besender Vernichtung hinwegfegen!? – Wir sprechen von einem Ṭeth. –
5Vielleicht [heißt dies:]ihr Unflatklebt an ihren Säumen!? – Wir sprechen von einem Ṭeth mit einem Beth. – Vielleicht [heißt dies:]ihre Tore sind in die Erde gesunken!? –
6Vielmehr, weil die Schrift mit diesem das Gute begonnen hat, denn von am Anfang bis da sah Gott, daß das Licht [gut war], kommt kein Ṭeth vor.
7Ferner sagte R. Jehošua͑ b. Levi: Sieht jemand ‘Trauerfeier’ im Traume, so hat man ihn im Himmel geschont und erlöst. Dies nur, wenn man es geschrieben sieht.
8DASSELBE GILT AUCH VON EINEM WILD UND EINEM GEFLÜGEL &C. Reš Laqiš sagte: Hier lehrte Rabbi, daß ein Hahn, ein Pfau und ein Fasan zusammen als Gattungsmischung gelten. –
9Selbstverständlich!? – R. Ḥabiba erwiderte: Da sie zusammen aufwachsen, könnte man glauben, sie gelten als eine Gattung, so lehrt er uns.
10Šemuél sagte: Eine Gans und eine wilde Gans sind zusammen Gattungsmischung. Raba b. R. Ḥanan wandte ein: Aus welchem Grunde: wollte man sagen, weil die eine einen langen Hals und die andere einen kurzen Hals hat, so wären ja auch das persische Kamel und das arabische Kamel zusammen Gattungsmischung, denn das eine hat einen starken Hals und das andere hat einen dünnen Hals!?
11Vielmehr, erklärte Abajje, bei dem einen sind die Hoden von außen, beim anderen sind die Hoden von innen. R. Papa erklärte: Die eine hat nur ein Ei im Eierstocke, die andere hat mehrere Eier im Eierstocke.
12R. Jirmeja sagte im Namen des Reš Laqiš: Wer zwei Gattungen Seetiere mit einander kreuzt, erhält Geißelhiebe. – Aus welchem Grunde? R. Ada b. Ahaba erwiderte: Man folgere hinsichtlich dieser von den Festland[tieren] durch das bei beiden gebrauchte [Wort] Art.
13Reḥaba fragte: Wie ist es, wenn man eine Ziege und eine Meerbutte zusammen [einen Wagen] ziehen läßt: sagen wir, dies sei nichts, da weder die Ziege ins Wasser hinabsteigt noch die Meerbutte aufs Festland heraufkommt, oder aber, immerhin läßt er sie ja zusammen anziehen?
14Rabina wandte ein: Demnach müßte man strafbar sein, auch wenn man ein Weizenkorn und ein Gerstenkorn in die Hand nimmt und das Weizenkorn im Jisraéllande und das Gerstenkorn außerhalb des Landes säet!? –
15Ich will dir sagen, in diesem Falle ist es im Jisraéllande strafbar, außerhalb des Landes aber nicht, in jenem Falle aber ist es ja da und dort strafbar.
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.