Bava Kamma — Blatt 60a

1denn in diesem Falle hat entschieden seine Tätigkeit es verursacht.

2WENN ABER DURCH EINEN VOLLSINNIGEN, SO IST DER VOLLSINNIGE SCHULDIG &C. R. Naḥmen b. Jiçḥaq sagte: Wer ‘liba’ liest, hat nicht unrecht, und wer ‘niba’ liest, hat nicht unrecht.

3Wer ‘liba’ liest, hat nicht unrecht, denn es heißt:in einer Feuerflamme [labath]; wer ‘niba’ liest, hat nicht unrecht, denn es heißt:er erschafft die Sprache [nibh]der Lippen.

4HAT DER WIND ES ANGEFACHT, SO SIND SIE ALLE FREI. Die Rabbanan lehrten: Wenn er und der Wind es angefacht haben, so ist er, wenn sein Anfachen allein ausgereicht haben würde, schuldig, wenn aber nicht, frei. –

5Weshalb denn, sollte es doch hierbei ebenso sein, wie bei dem Falle, wenn jemand mit Hilfe des Windes worfelt!?

6Abajje erwiderte: Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn er von der einen Seite und der Wind von einer anderen Seite es angefacht haben. Raba erklärte: Wenn er das Anfachen mit einem gewöhnlichen Winde begonnen und ein ungewöhnlicher Wind es vollendet hat. R. Zera erklärte: Wenn er es nur angehaucht hat.

7R. Aši erklärte: Das Worfeln mit Hilfe des Windes gilt nur beim Šabbathgesetze, weil die Tora die bezweckte Arbeit verboten hat, hierbei aber gilt dies nur als Veranlassung, und bei der Schädigung ist man wegen der Veranlassung frei.

8WENN JEMAND EINEN BRAND ANSTIFTET UND DIESER HOLZ, STEINE ODER ERDE VERZEHRT, SO IST ER ERSATZPFLICHTIG, DENN ES HEISST:wenn Feuer ausbricht und Dornen erfaßt, und eine Tenne oder Halmgetreide oder ein Feld verzehrt wird, so muß der, der den Brand angestiftet hat, bezahlen.

9GEMARA. Raba sagte: Weshalb schrieb es der Allbarmherzige von Dornen, Tenne und Halmgetreide?

10Dies ist nötig. Würde der Allbarmherzige es nur von Dornen geschrieben haben, so könnte man glauben, der Allbarmherzige habe nur für Dornen ersatzpflichtig gemacht, weil sie dem Feuer ausgesetzt sind und man oft diesen gegenüber fahrlässig ist, nicht aber für eine Tenne, die nicht einem Feuer ausgesetzt ist und der gegenüber man nicht oft fahrlässig ist. Würde der Allbarmherzige es nur von einer Tenne geschrieben haben, so könnte man glauben, der Allbarmherzige habe nur für eine Tenne ersatzpflichtig gemacht, weil der Schaden groß ist, nicht aber für Dornen, bei denen der Schaden gering ist.

11Und von Halmgetreide spricht er deshalb: wie das Halmgetreide enthüllt ist, ebenso auch alles andere, was enthüllt ist. –

12Wozu wird Halmgetreide nach R. Jehuda genannt, nach dem man bei der Feuerschädigung auch für das Verborgene ersatzpflichtig ist!? – Um alles einzuschließen, was hoch steht. – Woher wissen die Rabbanan, alles, was hoch steht, einzuschließen!? – Sie entnehmen dies aus: oder Halmgetreide. –

13Und R. Jehuda!? – Das oder dient als Teilung. – Woher entnehmen die Rabbanan die Teilung? – Sie entnehmen dies aus: oder ein Feld. –

14Und R. Jehuda!? – Da es oder Halmgetreide heißt, so heißt es auch oder ein Feld. –

15Wozu wird das Feld genannt? – Dies schließt den Fall ein, wenn es einen Acker angesengt oder Steine angebrannt hat. – Sollte doch der Allbarmherzige nur das Feld und nicht jene genannt haben!? – Sie sind nötig; wenn der Allbarmherzige nur das Feld genannt hätte, so könnte man glauben, dies gelte nur von Erzeugnissen des Feldes, nicht aber von anderem, so lehrt er uns.

16R. Šemuél b. Naḥmani sagte im Namen R. Jonathans: Ein Strafgericht kommt über die Welt nur dann, wenn Frevler in dieser vorhanden sind, jedoch fängt es mit den Gerechten an. Es heißt: wenn Feuer ausbricht und Dornen erfaßt, das Feuer bricht nur dann aus, wenn Dornen vorhanden sind; es fängt aber mit den Gerechten an, denn es heißt: und eine Tenne verzehrt wird. Es heißt nicht: und eine Tenne verzehrt, sondern: und eine Tenne verzehrt wird, die der Verzehrung schon anheimgefallen war.

17R. Joseph lehrte: Es heißt:Keiner von euch soll bis morgens früh zur Tür seiner Wohnung hinausgehen; sobald einmal dem Würgengel die Freiheit erteilt worden ist, unterscheidet er nicht zwischen Gerechten und Frevlern; und noch mehr, er fängt sogar mit den Gerechten an, denn es heißt:ich werde aus deiner Mitte Gerechte und Frevler hinwegtilgen.

18Hierüber weinte R. Joseph: auch das noch, sie gelten als nichts! Da sprach Abajje zu ihm: Das ist eine Wohltat für sie, denn es heißt:vor der Schlechtigkeitwurde der Gerechte dahingerafft.

19R. Jehuda sagte im Namen Rabhs:

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.