Bava Kamma — Blatt 82b

1er aber kam und ordnete auch das Kämmen an.

2Daß Gewürzkrämer in den Städten umherziehen. Wegen der Putzmittel für die Frauen, damit sie ihren Männern nicht mißfällig werden.

3Endlich ordnete er das Untertauchen für Ergußbehaftete an. Dies befindet sich ja in der Tora, denn es heißt :wenn jemandem der Same entgeht, so soll er seinen Leib im Wasser baden!? – Nach der Tora ist dies nur zum Genusse von Hebe und Heiligem erforderlich, er aber kam und ordnete dies auch für Worte der Tora an.

4Zehn Dinge wurden von Jerušalem gelehrt: Ein Haus verfällt nicht in diesem. Es bringt nicht das genickbrochene Kalb. Es wird keine abtrünnige Stadt.

5Da ist der Häuseraussatz nicht verunreinigend. Da dürfen keine Vorsprünge und keine Balkone hervorragen. Man errichte da keine Misthaufen. Man baue da keine Schmelzöfen. Man lege da keine Gemüse- und Obstgärten an, mit Ausnahme der Rosengärten, die sich da seit der Zeit der ersten Propheten befinden. Man züchte da keine Hühner. Man lasse da keine Leiche übernachten.

6Ein Haus verfällt nicht in diesem. Denn es heißt:so wird das Haus, das in einer ummauerten Stadt liegt, dem Käufer und seinen Nachkommen bestätigt, und [der Autor] ist der Ansicht, Jerušalem ist nicht an die Stämme verteilt worden.

7Es bringt nicht das genickbrochene Kalb, denn es heißt :wenn ein Erschlagener gefunden wird auf dem Felde, im Lande, das der Herr, dein Gott, dir zum Besitztume verleiht, und Jerušalem ist nicht an die Stämme verteilt worden.

8Es wird nicht abtrünnige Stadt, denn es heißt :deiner Städte, und Jerušalem ist nicht an die Stämme verteilt worden.

9Da ist der Häuseraussatz nicht verunreinigend, denn es heißt:und ich lasse an irgend einem Hause im Lande, das ihr zueigen habt, ein Aussatzmal entstehen, und Jerušalem ist nicht an die Stämme verteilt worden.

10Da dürfen keine Vorsprünge und keine Balkone hervorragen, damit sie nicht hinsichtlich der Verunreinigung als Bezeltung dienen, und damit die Wallfahrer nicht an diesen zu Schaden kommen.

11Man errichte da keine Misthaufen, wegen des Geschmeißes.

12Man errichte da keine Schmelzöfen; wegen des Rauches.

13Man lege da keine Gemüse- und Obstgärten an; wegen des Gestankes.

14Man züchte da keine Hühner; wegen der heiligen [Opfer].

15Man lasse da keine Leiche übernachten; dies ist eine Überlieferung.

16NIRGENDS ABER DARF MAN SCHWEINE ZÜCHTEN. Die Rabbanan lehrten: Als die [Könige des] Ḥasmonäischen Hauses einander bekämpften, befand sich Hyrkanos außerhalb und Aristobulos innerhalb. Täglich ließen sie ihnen Denare in einem Korbe herab und zogen dafür [Vieh für] das tägliche Opfer herauf.

17Unter ihnen befand sich ein Greis, der in der griechischen Weisheit kundig war, und er sprach zu ihnen: Solange sie den Opferdienst üben, geraten sie nicht in eure Hände. Als sie ihnen am folgenden Tage wiederum Denare in einem Korbe herabließen, zogen sie ein Schwein herauf, das, als es die Mitte der Mauer erreichte, die Klauen gegen die Mauer stemmte, und das Jisraélland wurde vierhundert Parasangen zu vierhundert Parasangen erschüttert.

18In jener Stunde sprachen sie: Verflucht sei der Mann, der Schweine züchtet, und verflucht sei der Mensch, der seinen Sohn griechische Weisheit lehrt. Auf diese Zeit bezieht sich das, was wir gelernt haben, daß einst die Schwingegarbe aus Ganoth Çeriphin und die zwei Brote aus dem Tale E͑n Sokher geholt wurden.

19Ist denn die griechische Weisheit verboten, es wird ja gelehrt: Rabbi sagte: Wozu ist im Jisraéllande

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.