Bava Mezia — Blatt 40a
1Ebenso sagte auch Rabba, sie haben sie auf Teilung melioriert. Abajje sprach zu ihm: Es ist ja nicht gleich; da wußten die Erwachsenen von den Unerwachsenen und verzichteten darauf, hierbei aber wußte er es ja nicht, wie sollte er verzichtet haben!?
2Darauf ging die Sache weiter und kam vor R. Ami: Da sprach dieser: Sie gingen noch weiter und sagten, man schätze es ihnengleich einem Quotenpächter ein, und wir sollten ihm seines nicht geben!?
3Als man dies R. Ḥisda berichtete, sprach er: Es ist nicht gleich; in jenem Falle tritt er ja den Besitz mit Genehmigungan, hier aber tat er dies ohne Genehmigung; ferner war dieser auch minderjährig, und man setzt keinen Verwandten in die Güter eines Minderjährigenein.
4Darauf berichtete man es R. Ami; da sprach er: Man sagte mir nicht, daß er minderjährig war.
5WENN JEMAND SEINEM NÄCHSTEN FRÜGHTE ZUR VERWAHRUNG GEGEBEN HAT, SO ZIEHE ER IHMDAS MANKOAB; BEI WEIZEN UND REIS NEUN HALBE KABVOM KOR, BEI GERSTE UND HIRSE NEUN KAB VOM KOR, BEI SPELT UND LEINSAMEN DREI SEÁVOM KOR. ALLES NACH VERHÄLTNIS DES QUANTUMS, ALLES NACH VERHÄLTNIS DER ZEIT.
6R. JOḤANAN B. NURI SPRACH: WAS KÜMMERN SICH DIE MÄUSE DARUM; SIE FRESSEN VON VIEL UND VON WENIG; ER HAT IHM VIELMEHR DAS MANKO VON NUR EINEM KOR ABZUZIEHEN. R. JEHUDA SAGT, IST ES EIN GROSSESQUANTUM, KÖNNE ER IHM KEIN MANKO ABZIEHEN, WEIL ES MEHR WIRD.
7GEMARA. Beim Reis geht ja mehr ab!? Rabba b. Bar Ḥana erwiderte im Namen R. Joḥanans: Hier wird von geschältem Reis gesprochen. BEI SPELT UND LEINSAMEN DREI SEÁ VOM KOR. R. Joḥanan sagte im Namen R. Ḥijas: Sie lehrten dies von Leinsamen mit den Stengeln. Ebenso wird auch gelehrt: Bei Spelt, Leinsamen mit den Stengeln und ungeschältem Reis drei Seá vom Kor.
8ALLES NACH VERHÄLTNIS DES QUANTUMS &C. Es wird gelehrt: Ebensoviel für jedes weitere Kor und für jedes weitere Jahr.
9R. JOḤANAN B. NURI SAGTE &C. Es wird gelehrt: Sie erwiderten R. Joḥanan: Viel geht auch verloren, viel wird auch verstreut.
10Es wird gelehrt: Dies nur, wenn er sie mit seinen Früchten vermischt hat, wenn er ihm aber eine Ecke angewiesenhat, so kann er zu ihm sagen: da hast du deines. –
11Was ist dabei, daß er sie mit seinen Früchten vermischt hat, sollte er doch sehen, wieviel von seinemvorhanden ist!? – Wenn er davon gebraucht hat. –
12Sollte er doch sehen, wieviel er verbraucht hat!? – Wenn er nicht weiß, wieviel er verbraucht hat.
13R. JEHUDA SAGT, WENN ES &C. Was heißt ein ‘großes’ Quantum? Rabba b. Bar Ḥana erwiderte: ZehnKor. Ebenso wird auch gelehrt: Was heißt ein ‘großes’ Quantum? Zehn Kor.
14Ein Jünger rezitierte vor R. Naḥman: Dies nur, wenn jener ihm von der Tennezugemessen hat und dieser ihm von der Tenne zurückgibt, wenn jener ihm aber von der Tenne zugemessen hat und dieser ihm aus seinem Hausvorrate zurückgibt, so kann er ihm kein Manko abziehen, weil es mehr wird.
15Dieser sprach zu ihm: Sprechen wir denn von Toren, die mit großem Maße geben und mit kleinem Maße nehmen!? Du meinst vielleicht die Tennenzeit: dies nur, wenn jener es ihm in der Tennenzeit zugemessen hat und dieser ihm in der Tennenzeit zurückgibt, wenn jener es ihm aber in der Tennenzeit zugemessen hat und dieser ihm in der Regenzeitzurückgibt, so kann er ihm kein Manko abziehen, weil es mehr wird.
16R. Papa sprach zu Abajje: Demnach müßte ja das Gefäß platzen!? – Einst ereignete es sich, daß tatsächlich das Gefäß geplatzt ist. Wenn du aber willst, sage ich: wegen des Druckes.
17ER ZIEHE IHM ABEIN SECHSTEL VOM WEINE; R. JEHUDA SAGT, EIN FÜNFTEL. VOM ÖL ZIEHE ER IHM AB DREI LOG VON HUNDERT: ANDERTHALB LOG HEFE UND ANDERTHALB LOG ABSORPTION. IST DAS ÖL GEREINIGT, SO KANN ER IHM KEINE HEFE ABZIEHEN; SIND ES ALTE KRÜGE, SO KANN ER IHM KEINE ABSORPTION ABZIEHEN. R. JEHUDA SAGT, AUCH WENN JEMAND AN SEINEN NÄCHSTEN DAS GANZE JAHR HINDURCH GEREINIGTES ÖL VERKAUFT, MUSS DIESER ANDERTHALB LOG VON HUNDERT HEFE MITNEHMEN.
18GEMARA. Sie streiten aber nicht; der eine spricht von seiner Ortschaft, und der andere spricht von seiner Ortschaft. In der Ortschaft des einen strich man [die Fässer] mit Wachs aus, das weniger einsaugt, und in der Ortschaft des anderen strich man sie mit Pech aus, das mehr einsaugt. Wenn du aber willst, sage ich, dies liege am Ton; in der Ortschaft des einen sog er mehr ein und in der Ortschaft des anderen sog er weniger ein.
19In der Ortschaft R. Jehudas gingen achtundvierzig Krüglein auf ein Faß; das Faß kostete sechs Zuz, und er verkaufte sechs [Krüglein] für einen Zuz.
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.