Bava Mezia — Blatt 54b
1Hieraus ist also zu entnehmen, daß das Fünftel diesem selber gleiche. Schließe hieraus.
2Raba sagte: Vom Raube heißt es:und dazu soll er sein Fünftel hinzufügen, und wir haben gelernt, daß, wenn er ihm den Stammbetrag erstattet und das Fünftel abgeschworen hat, er ein Fünftel wegen des Fünftels zu zahlen habe, bis der Stammbetragkeine Peruṭa mehr wert ist.
3Von der Hebe heißt es:wenn jemand versehentlich Heiliges gegessen hat, so soll er dazu sein Fünftel hinzufügen, und wir haben gelernt, daß, wenn jemand versehentlich Geheiligtes gegessen hat, er den Stammbetrag und ein Fünftel zu bezahlen habe, einerlei ob gegessen, getrunken oder sich damit geschmiert, ob reine oder unreine Hebe, er hat das Fünftel und das Fünftel des Fünftelszu zahlen. Vom Zehnten aber ist diesweder geschrieben noch gelehrt noch erörtertworden.
4Beim Heiligen dagegen heißt es:wenn der, der sein Haus geweiht hat, es wieder einlösen will, so hat er ein Fünftel der Schätzungssumme zuzufügen, und wir haben gelernt, wer Heiliges auslöst, müsse ein Fünftel hinzufügen, wir haben es also vom Fünftel gelernt und nicht vom Fünftel des Fünftels. [Sagen wir nun:] bei der Hebe heißt es: soll er hinzufügen, und ebensoheißt es beim Heiligen: soll er hinzufügen,
5oder aber: bei der Hebe heißt es: soll er hinzufügen [vejasaph], und wenn man das Vav von vejasaph nimmt und es an ḥamišito [sein Fünftel] setzt, so entsteht daraus ḥamišitav [seine Fünftel], beim Heiligen dagegen heißt es: soll er ein Fünftel [ḥamišith] hinzufügen, und wenn man auch das Vav von vejasaph nimmt und es an ḥamišith setzt, so bleibt es immer nur ḥamišito [sein Fünftel]. –
6Es sollte doch aber schon der Umstand entscheidend sein, daß diesesZweitgeheiligtesist, und R. Jehošua͑ b. Levi sagte, nur zum Erstgeheiligten sei das Fünftel hinzuzufügen, nicht aber zum Zweitgeheiligten!? R. Papi erwiderte Rabina: Dies fragte Raba, ob das Fünftel Erstgeheiligtes sei. –
7Wie bleibt es damit? R. Ṭabjomi erwiderte im Namen Abajjes: Die Schrift sagt: so soll er ein Fünftel des Schätzungswertes zufügen, sie vergleicht das Fünftel mit dem Schätzungswerte; wie zum Schätzungswerte das Fünftel zuzufügen ist, ebenso ist auch zum Fünftel das Fünftel zuzufügen.
8Der Text. R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Zum Erstgeheiligtenist das Fünftel hinzuzufügen, nicht aber zum Zweitgeheiligten. Raba sagte: Was ist der Grund des R. Jehošua͑ b. Levi? Die Schrift sagt:wenn der, der das Haus geweiht hat, es wieder einlösen will, der geweiht, nicht aber, der übertragen hat.
9Ein Jünger rezitierte vor R. Elea͑zar:Wenn es aber zum unreinen Vieh gehört, so soll es nach dem Schätzungswerte ausgelöst werden; wieman beim unreinen Vieh, das nur Erstgeheiligtes sein kannund ganz dem Himmelgehört, eine Veruntreuung begeht, ebenso begeht man bei allem anderen, das nur Erstgeheiligtes ist und ganz dem Himmel gehört, eine Veruntreuung.
10R. Elea͑zar sprach zum Jünger: Allerdings schließt [die Beschränkung] ‘ganz dem Himmel’ Minderheiliges aus; da der Eigentümer an diesem einen Anteil hat, so begeht man daran keine Veruntreuung; was aber schließt [die Beschränkung] ‘Erstgeheiligtes’ aus; begeht man etwa eine Veruntreuung nur an dem, was Erstgeheiligtes ist, nicht aber an dem, was Zuletztgeheiligtesist!? Du sprichst vielleicht vom Fünftel, und zwar nach R. Jehošua͑ b. Levi. Dieser erwiderte: Jawohl, das meine ich auch.
11R. Aši sprach zu Rabina: Kann denn ein unreines Vieh nur Erstgeheiligtes
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.