Bava Mezia — Blatt 78a

1wegen seiner Minderwertigkeit verkauft hat.

2Klar ist es, daß, wenn jener für hundertverkaufen wollte und keinen [Käufer] fand, und deshalb für zweihundert verkauft hat und um sein Geld ein- und ausgeht, eres nicht geeignet habe. Wie ist es aber, wenn er für hundert verkaufen wollte und keinen [Käufer] fand, jedoch einen finden könnte, wenn er sich bemüht hätte, er aber sich nicht bemüht, sondern für zweihundert verkauft hat und um sein Geld ein- und ausgeht: gleicht dies dem Verkaufe eines Feldes wegen seiner Minderwertigkeitoder nicht? – Dies bleibt unentschieden.

3WENN JEMAND EINEN ESELTREIBER ODER EINEN WAGENFÜHRER GEMIETET HAT &C. AUF IHRE [KOSTEN] MIETEN ODER SIE TÄUSCHEN. Bis zu welchem Preise kann er auf ihre Kosten mieten? R. Naḥman erwiderte: Bis zum Betrage ihres Lohnes.

4Raba wandte gegen R. Naḥman ein : Bis vierzig und fünfzig Zuz!? Dieser erwiderte: Diese Lehre bezieht sich auf den Fall, wenn ihr Bündelin seine Hand geraten ist.

5WENN JEMAND EINEN ESEL GEMIETET HAT, IHN IM GEBIRGE ZU FÜHREN, UND IHN IM TALE FÜHRT, IM TALE ZU FÜHREN, UND IHN IM GEBIRGE FÜHRT, UND ER VERENDET, SO IST ER, SELBST WENN ES DA ZEHN MIL SIND UND DORT ZEHN MIL SIND, ERSATZPFLICHTIG. WENN JEMAND EINEN ESEL GEMIETET HAT, IHN IM GEBIRGE ZU FÜHREN, UND IHN IM TALE FÜHRT, SO IST ER, WENN ER AUSGLEITET, ERSATZFREI, UND WENN ER SICH ERHITZTHAT, ERSATZPFLICHTIG; WENN ABER, IHN IM TALE ZU FÜHREN, UND IHN IM GEBIRGE FÜHRT, SO IST ER, WENN ER AUSGLEITET, ERSATZPFLICHTIG, UND WENN ER SICH ERHITZT HAT, ERSATZFREI; GESCHIEHT ES INFOLGE DES STEIGENS, SO IST ER ERSATZPFLICHTIG.

6WENN JEMAND EINEN ESEL GEMIETET HAT UND ER ERBLINDETODER ZUR FRONARBEIT GENOMMEN WIRD, SO KANN ER ZU IHMSAGEN: DA HAST DU DEINES; WENN ER ABER VERENDET ODER BRICHT, SO MUSS ER IHM EINEN ANDEREN ESEL STELLEN.

7GEMARA. Weshalb macht er im Anfangsatze keinen Unterschiedund im Schlußsatze wohl?

8In der Schule R. Jannajs erklärten sie: Der Anfangsatz gilt von dem Falle, wenn er durch die Luftverendet ; wir sagen, die Luft des Gebirges habe ihn getötet, und wir sagen, die Luft des Tales habe ihn getötet. R. Jose b. Ḥanina erklärte : Wenn er durch die Mattigkeitverendet. Rabba erklärte: Wenn ihn eine Schlange gebissenhat.

9R. Ḥija b. Abba erklärte im Namen R. Joḥanans: Hier ist die Ansicht R. Meírs vertreten, welcher sagt, wer den Willen des Haus Herrn übertritt,

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.