Bechorot — Blatt 17a
1daß R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, sie seien auch bis zur zehnten Generation frei, was aber heißt ‘bis zur zehnten Generation’ nach R. Hona, welcher sagt, der erste Autor meine nicht [zwei] Generationen!? – R. Hona kann dir erwidern: R. Šimo͑n b. Gamliél bezieht sich auf den Fall, wenn er sie ihm [zur Verfügung] gestellt hat, wobei jener [zwei] Generationen meint. –
2Komm und höre: Hat jemand eisernes Vieh von Nichtjuden übernommen, so sind die Jungen frei und die Jungen der Jungen pflichtig. Dies ist eine Widerlegung R. Jehudas!? – R. Jehuda kann dir erwidern: Lies: sie und die Jungen.
3Manche lesen : So sind sie und ihre Jungen frei. Dies ist eine Widerlegung R. Honas!? – R. Hona kann dir erwidern: Lies: so sind sie und die Jungen frei, und die Jungen der Jungen pflichtig.
4WENN EIN SCHAF ZIEGENARTIGES GEWORFEN HAT &C. R. Oša͑ja kam aus Nehardea͑ und brachte folgende Lehre mit: Ein von einer Ziege geworfenes Schaf oder eine von einem Schaf geworfene Ziege ist, wie R. Meír sagt, pflichtig, und wie die Weisen sagen, frei.
5R. Hoša͑ja sprach zu Rabba: Wenn du zu R. Hona hinaufgehst, frage ihn: In welcher Hinsicht sind sie nach R. Meír pflichtig: wenn hinsichtlich der Erstgeburt, wieso sollte R. Meír nicht halten von [der Lehre] :jedoch das Erstgeborene eines Rindes, nur wenn es selbst ein Rind ist und sein Erstgeborenes ein Rind ist;
6und wenn hinsichtlich der Erstschur, wieso sollte er nicht halten von der Lehre der Schule R. Jišma͑éls, daß Lämmer, deren Wolle hart ist, frei von der Erstschur sind, denn es heißt :und erwärmsich mit der Schur meiner Lämmer.
7Dieser erwiderte : Wir wollen es erörtern : hier wird von dem Falle gesprochen, wenn ein Schaf Ziegenartiges geworfen hat und der Vater ein Bock ist, und sie streiten, ob der Same des Vaters zu berücksichtigen ist hinsichtlich des Gesetzes von einem Vieh mit seinem Jungen. R. Meír ist der Ansicht, man berücksichtige den Samen des Vaters, und die Rabbanan sind der Ansicht, man berücksichtige nicht den Samen des Vaters. –
8Demnach sollten sie doch allgemein streiten, ob der Same des Vaters zu berücksichtigen sei, worüber ein Streit zwischen Ḥananjaund den Rabbanan besteht!? –
9Vielmehr, tatsächlich hinsichtlich der Erstgeburt, und hier handelt es sich um ein Schaf, das von einem einer Ziege entstammenden Schafe stammt; einer ist der Ansicht, man richte sich nach der Mutter, somit ist es kein Abnormes,
10und einer ist der Ansicht, man richte sich nach der Mutter der Mutter, somit ist es ein Abnormes.
11Wenn du aber willst, sage ich, dies gilt von einem Schafe, das von einer einem Schafe entstammenden Ziege stammt; einer ist der Ansicht, das Schafhafte sei zurückgekehrt, und einer ist der Ansicht, das Schafhafte sei nicht zurückgekehrt.
12R. Aši erklärte: Wenn es manche Kennzeichen hat. Unter Weisen ist R. Šimo͑n zu verstehen, welcher sagt, wenn der Kopf und der größere Teil [des Körpers] der Mutter gleicht.
13R. Joḥanan sagte : R. Meír pflichtet jedoch bei hinsichtlich des Ziegenbockesdes Neumondes, daß er einer Ziege entstammen muß. – Weshalb? – Die Schrift sagt:einen, der seit den sechs Schöpfungstagen vorbestimmt ist. –
14Geht dies denn hieraus hervor, dies geht ja aus folgendem hervor :Rind oder Lamm, ausgenommen der Mischling ;oder eine Ziege, ausgenommen das Abnorme!? –
15Dies ist nötig. Wenn nur jener [Schriftvers], so könnte man glauben, nur dann, wenn es nicht Generationen hinaufreicht, nicht aber, wenn es Generationen hinaufreicht; und wenn nur dieser, könnte man glauben, dies gelte nur von einem Pflichtopfer, nicht aber von einem freiwilligen. Daher ist beides nötig.
16R. Aḥa b. Ja͑qob sagte : Alle stimmen überein, daß wegen seiner Wollenicht wegen Mischgewebes zu geißeln ist, denn es heißt :du sollst nicht Mischgewebe anlegen; wie Flachsunverändert, ebenso Wolle unverändert.
17R. Papa sagte : Alle stimmen überein, daß seine Wolle für die Purpurfädenuntauglich ist, denn es heißt: du sollst nicht Mischgewebe anlegen, [und darauf folgt:]Schnüre sollst du dir machen; wie Flachs unverändert, ebenso Wolle unverändert.
18R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte : Alle stimmen überein, daß seine Wolle nicht durch Aussatz verunreinigungsfähig ist, denn es heißt :an einem Wollkleide oder an einem Flachskleide, wie Flachs unverändert, ebenso Wolle unverändert.
19R. Aši sagte: Auch wir wollen Entsprechendes sagen: Hat man Weinranken auf einen Feigenbaum aufgezogen, so ist der Wein als Gußopfer untauglich, denn es heißt:Schlachtopfer und Gußopfer; wie Schlachtopfer unverändert, ebenso Gußopfer unverändert.
20Rabina wandte ein: Wenn man Flachs auf Dornen aufzieht, ist er ja ebenfalls unverändert!? Du kannst also nicht sagen: wie Flachs unverändert, auch Flachs kann ja verändert sein. Dieser erwiderte: Bei jenem ist der Geruch verändert worden, bei diesem ist der Geruch nicht verändert worden.
21WENN EIN SCHAF, DAS NOCH NICHT GEWORFEN HAT, ZWEI MÄNNCHEN WIRFT UND BEIDE DIE KÖPFE GLEICHZEITIG HERAUSGESTECKT HABEN, SO GEHÖREN, WIE R. JOSE DER GALILÄER SAGT, BEIDE DEM PRIESTER, DENN ES HEISST :das Männliche dem Herrn. DIE WEISEN SAGEN, ESKÖNNE UNMÖGLICH GENAU GLEICHZEITIG ERFOLGEN; VIELMEHR, EINES IHM UND EINES DEM PRIESTER.
22R. TRYPHON SAGT, DER PRIESTER SUCHE SICH DAS BESSERE AUS. R. A͑QIBA SAGT, SIE SCHÄTZENUNTER SICH UND DAS ANDERE WEIDE, BIS ES EINEN LEIBESFEHLER BEKOMMT.
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.