Bechorot — Blatt 19a
1weil das von der, die noch nicht geworfen hat, besser ist. Daher ist beides nötig.
2DIE SEITENGEBURT UND DAS IHR FOLGENDE JUNGE MÜSSEN BEIDE WEIDEN, WIE R. TRYPHON SAGT, BIS SIE EINEN LEIBESFEHLER BEKOIMMEN, SODANN DÜRFEN SIE FEHLERBEHAFTET VOM EIGENTÜMER GEGESSEN WERDEN. R. A͑QIBA SAGT, SIE GELTEN BEIDE NICHT ALS ERSTGEBORENE; DIE ERSTE, WEIL SIE NICHT ERSTLING DES MUTTERSCHOSSES IST, UND DAS ANDERE, WEIL EIN ANDERES IHM VORANGEGANGEN IST.
3GEMARA. Worin besteht ihr Streit? – R. Tryphon ist es zweifelhaft, ob ein Erstgeborenes in einer Hinsicht als Erstgeborenes gilt oder nicht, und R. A͑qiba ist es entschieden, daß ein Erstgeborenes in einer Hinsicht nicht als Erstgeborenes gilt.
4Die Rabbanan lehrten: DieGeneralisierung, die der Spezialisierung benötigt, und die Spezialisierung, die der Generalisierung benötigt, zum Beispiel : Heilig ist mir alles Erstgeborene; man könnte glauben, auch das weibliche sei einbegriffen, so heißt es :männlich ;
5wenn männlich, so könnte man glauben, auch wenn ihm ein Weibchen vorangegangen ist, so heißt es:Erstling des Mutterschoßes; aus [den Worten] Erstling des Mutterschoßes könnte man entnehmen, auch wenn er einer Seitengeburt folgt, so heißt es: Erstgeborenen.
6R. Šerebja sprach zu Abajje: Im ersten Passusbezieht sich der Talmud nicht auf [das Wort] Erstgeborene, demnach gilt das in einer Hinsicht Erstgeborene als Erstgeborenes, und im folgenden Passus bezieht sich der Talmud auf [das Wort] Erstgeborene, wonach das in einer Hinsicht Erstgeborene nicht als Erstgeborenes gilt!?
7Dieser erwiderte : Tatsächlich gilt das nur in einer Hinsicht Erstgeborene nicht als Erstgeborenes, nur ist der erste Passus wie folgt zu verstehen: aus [dem Worte] männlich könnte man entnehmen, dies gelte auch von der Seitengeburt, so heißt es: Erstling des Mutterschoßes.
8Rabina erwiderte: Tatsächlich gilt das nur in einer Hinsicht Erstgeborene wohl als Erstgeborenes, nur ist der Schlußsatz wie folgt zu verstehen: wenn man sagen wollte, das der Seitengeburt folgende sei heilig, wozu schrieb demnach der Allbarmherzige [das Wort] Erstgeborene;
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.