Bechorot — Blatt 34a
1ich weiß nur, daß man ihm keinen Leibesfehler beibringen darf, woher, daß man ihm [beispielsweise] nicht eine Preßfeige oder Teig aufs Ohr legen darf, damit ein Hund komme und es fresse? Es heißt: keinerlei Gebrechen, es heißt Gebrechen und es heißt keinerlei Gebrechen.
2Und auch da streiten sie über Schriftverse, denn R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls, und ebenso sagte Reš Laqiš, und ebenso sagte R. Naḥman im Namen des Rabba b. Abuha:Und ich, siehe, überweise dir, was von meinen Heben aufzubewahren ist;
3R. Elea͑zar sagt, die Schrift spreche von zwei Heben, von einer reinen Hebe und von einer zweifelhaft [reinen] Hebe, und der Allbarmherzige sagt, daß man es bewahre. – Und R. Jehošua͑!? – Es heißt: meine Hebe. –
4Demnach wäre R. Elie͑zer der Ansicht, die Lesartsei maßgebend; ich will auf einen Widerspruch hinweisen:Wenn er an ihr treulos handelt, sobald dieser über sie sein Gewand ausgebreitet hat, darf ersie nicht mehr verkaufen – so R. A͑qiba.
5R. Elie͑zer sagt, sobald er treulos an ihr gehandelthat, darf er sie nicht mehr verkaufen. –
6Vielmehr, ihr Streit besteht darin: R. Jehošua͑ ist der Ansicht, was für dich geeignet, mußt du bewahren, und was für dich ungeeignet, brauchst du nicht zu bewahren, und R. Elie͑zer ist der Ansicht, auch dieses heiße geeignet, weil Elijahu kommen und es als rein erklären kann.
7R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Die Halakha ist wie R. Šimo͑n. R. Naḥman b. Jiçḥaq wandte ein: Welcher R. Šimo͑n, wollte man sagen, R. Šimo͑n unserer Mišna, [so ist ja zu erwidern:] hat Šemuél uns etwa nicht bereits gelehrt, daß die unbeabsichtigte Handlung erlaubt sei!?
8R. Ḥija b. Aši sagte nämlich im Namen Rabhs, die Halakha sei wie R. Jehuda, und R. Ḥanin b. Aši sagte im Namen Šemuéls, die Halakha sei wie R. Šimo͑n, und R. Ḥija b. Abin lehrte es ohne Nennung von [Zwischen]personen: Rabh sagt, die Halakha sei wie R. Jehuda, und Šemuél sagt, die Halakha sei wie R. Šimo͑n. –
9Vielmehr, es ist die Lehre R. Šimo͑ns in der Barajtha. R. Šiša, Sohn des R. Idi, lehrte es ausdrücklich: R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Die Halakha ist wie die Lehre R. Šimo͑ns in der Barajtha.
10WENN JEMAND EINEM ERSTGEBORENEN DAS OHR GESCHLITZT HAT, SO DARF ER ES NIE SCHLACHTEN – SO R. ELIE͑ZER. DIE WEISEN SAGEN, HAT ES EINEN ANDEREN LEIBESFEHLER BEKOMMEN, SO DARF ER ES DARAUFHIN SCHLACHTEN.
11GEMARA. Maßregelt denn R. Elie͑zer für immer, ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Wenn jemand einen Aussatzfleckhatte
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.