Bechorot — Blatt 3a
1Dies bezieht sich wohl auf das Vieh selbst. – Nein, auf die Geburt.
2Dies ist auch zu beweisen, denn er lehrt, man maßregle ihn bis zum Zehnfachen des Wertes. Schließe hieraus.
3Dies ist eine Stütze für Reš Laqiš, denn Reš Laqiš sagte, wenn jemand einem Nichtjuden ein Großvieh verkauft, so maßregle man bis zum Zehnfachen des Wertes. –
4Genau oder nicht genau? – Komm und höre: R. Jehošua͑ b. Levi sagte : Wenn jemand seinen Sklaven einem Nichtjuden verkauft, so maßregle man ihn bis zum Hundertfachenseines Wertes. – Anders verhält es sich bei einem Sklaven, weil er ihn täglich der Ausübung der Gebote entzieht.
5Manche lesen: Reš Laqiš sagte: Wenn jemand einem Nichtjuden ein Großvieh verkauft, so maßregle man ihn bis zum Hundertfachen seines Wertes. – Wir haben gelernt: Wenn er ihm eines [zur Aufzucht] übergibt, obgleich man dies nicht darf, so maßregle man ihn bis zum Zehnfachen seines Wertes.
6Beim Verkaufe kommt es aus seinem Besitze, bei der Übernahme kommt es nicht aus seinem Besitze. –
7Genau oder nicht genau? – Komm und höre: R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Wenn jemand seinen Sklaven an einen Nichtjuden verkauft, so maßregle man ihn bis zum Zehnfachen seines Wertes. – Anders verhält es sich bei einem Sklaven, der nicht zurückkehrt. –
8Bei einem Vieh wohl deshalb, weil es zu ihm zurückkehrt; demnach sollte man ihn um eines mehr maßregeln!? – Vielmehr, bei einem Sklaven ist dies ungewöhnlich, und bei Ungewöhnlichem haben die Rabbanan es nicht angeordnet.
9«Die Weisen sagen, sobald ein Nichtjude seine Hand dabei hat &c.» R. Jehošua͑ sagte: Beide deuten sie ein und denselben Schriftvers:alles Erstgeborene.
10Die Rabbanan sind der Ansicht, unter Erstgeborenes sei auch ein Teil des Erstgeborenen zu verstehen, daher schrieb der Allbarmherzige alles, bis das ganze vorhanden ist; R. Jehuda aber ist der Ansicht, unter Erstgeborenes sei das ganze Erstgeborene zu verstehen, daher schrieb der Allbarmherzige alles, auch etwas.
11Wenn du aber willst, sage ich, alle seien der Ansicht, unter Erstgeborenes sei der größere Teil zu verstehen, nur ist einer der Ansicht, das alles sei erweiternd, und einer ist der Ansicht, das alles sei einschränkend. –
12Wieviel muß die Teilhaberschaft des Nichtjuden betragen, um von der Erstgeburtspflicht frei zu sein? R. Hona erwiderte : Selbst ein Ohr. R. Naḥman wandte ein : Er kann ja zu ihm sagen: Nimm dein Ohrund geh!?
13Es wurde gelehrt: R. Ḥisda sagt, wenn es dadurchAas wird, und Raba sagt, wenn es dadurchTotverletztes ist. –
14Worin besteht ihr Streit? – Ob ein Totverletztes leben kann; einer sagt, wodurch es Totverletztes wird, denn er ist der Ansicht, das Totverletzte könne nicht leben, und einer sagt, wodurch es Aas wird, ein Totverletztes aber kann leben.
15Die Jünger sprachen vor R. Papa : R. Hona, R. Ḥisda und Raba streiten nicht; eines gilt vom [Erstgeborenen] selbstund eines gilt von der Mutter.
16Da sprach R. Papa zu ihnen: Von ihm selbst wohl deshalb, weil es heißt: alles Erstgeborene, was hierbei nicht der Fall ist, und auch von der Mutter heißt es:all dein Vieh, was männlich, was hierbei nicht der Fall ist. Vielmehr gibt es hierbei keinen Unterschied.
17Mar, Sohn des R. Aši, wandte ein: Womit ist es hierbei anders als bei der Fehlgeburt, die, obgleich nicht lebensfähig, heilig ist, denn der Meister sagte :der Erstlingswurf vom Vieh, jeder Wurf vom Vieh!? –
18Da ist nichts Profanes beigemischt, somit beziehe man darauf: alles Erstgeborene, hierbei aber ist Profanes beigemischt, somit beziehe man darauf nicht: alles Erstgeborene.
19Einst fehlte R. Elea͑zar im Lehrhause, und als er hierauf R. Asi traf, sprach er zu ihm: Was sagten die Jünger im Lehrhause?
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.