Bechorot — Blatt 41b

1Raba fragte: Was ist der Grund R. Jišma͑éls: ist es ihm entschieden, der Zwitter sei Erstgeborenes mit anhaftendem Leibesfehler, oder ist es ihm zweifelhaft, und er sagt es nur angenommenenfalls: wenn man annimmt, er sei Erstgeborenes, so haftet ihm ein Leibesfehler an. –

2In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? – Ob seinethalben wegen Schur und Arbeit zu geißeln ist; oder auch, ob man ihn einem Priester gebenmuß. –

3Komm und höre: R. Ilea͑j sagte im Namen R. Jišma͑éls: Der Zwitter ist ein Erstgeborenes mit anhaftendem Leibesfehler. Schließe hieraus, daß es ihm entschieden ist. – Vielleicht sagt er es nur angenommenenfalls!? –

4Komm und höre:Männlich, nicht aber weiblich; wozu heißt es weiterabermals männlich, wo dies nicht nötig ist? Dies schließt das Geschlechtslose und den Zwitter aus.

5Wer ist der Autor: wollte man sagen, der erste Tanna, so ist es ja nach ihm zweifelhaft, und der Schriftvers sollte das Zweifelhafte ausschließen!?

6Wenn die letzteren Rabbanan, so wird dies ja aus einem Schriftverse entnommen, denn bei der Erstgeburt heißt es nur einmal männlich, das alles ausschließt.

7Doch wohl R. Jišma͑él. Allerdings ist, wenn du sagst, es sei R. Jišma͑él entschieden, ein Schriftvers nötig, diesen auszuschließen, wozu aber ist, wenn du sagst, es sei ihm zweifelhaft, ein Schriftvers nötig, das Zweifelhafte auszuschließen!? –

8Tatsächlich sind es die letzteren Rabbanan, denn auch bei der Erstgeburt sind zwei Schriftverse vorhanden: männlich und die männlichen.

9DIE WEISEN SAGEN: DIESES IST GAR KEIN ERSTGEBORENES &C. R. Ḥisda sagte: Der Streit besteht nur über den Zwitter, über das Geschlechtslose aber sind alle der Ansicht, es sei zweifelhaft und des Zweifels wegen heilig.

10Raba sprach zu ihm: Demnach sollte ein solches beim Schätzgelübde geschätzt werden,

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.