Bechorot — Blatt 42a
1während gelehrt wird:ein Mann, nicht aber der Geschlechtslose und der Zwitter!? – Streiche hier ‘der Geschlechtslose’. –
2Komm und höre: Man könnte glauben, er werde nicht nach der Einschätzung eines Mannes geschätzt, wohl aber werde er nach der Einschätzung eines Weibes geschätzt, so heißt es: ein Mann,wenn ein Weib, nicht aber der Geschlechtslose und der Zwitter!? – Streiche hier ‘der Geschlechtslose’. –
3Komm und höre:Wenn ein männliches oder ein weibliches, nur ein sicher männliches und ein sicher weibliches, nicht aber ein Geschlechtsloses und ein Zwitter!? – Streiche hier ‘ein Geschlechtsloses’. –
4Komm und höre:Männlich, nicht aber weiblich; wozu heißt es weiterabermals männlich, wo dies nicht nötig ist? Dies schließt das Geschlechtslose und den Zwitter aus!? – Streiche hier das Geschlechtslose’. –
5Komm und höre: Das götzendienstlich angebetete, für den Götzendienst abgesonderte, als Hurengabe oder Hundelohn entrichtete, das geschlechtslose und das zwitterhafte [Geflügel], sie alle machenim Schlundedie Kleider unrein.
6R. Elie͑zer sagt: Das geschlechtslose und das zwitterhafte machen im Schlunde die Kleider nicht unrein. R. Elie͑zer sagte nämlich: Überall, wo es männlich und weiblich heißt, sind das Geschlechtslose und der Zwitter auszuschließen,
7und da es beim Geflügel nicht männlich und weiblich heißt, so sind dabei das Geschlechtslose und der Zwitter nicht auszuschließen!? – Streiche hier ‘das Geschlechtslose’. –
8Komm und höre: R. Elie͑zer sagte: Das Totverletzte, der Mischling, die Seitengeburt, das Geschlechtslose und der Zwitter werden nicht heilig und machen andres nicht heilig.
9Und dies erklärte Šemuél: Sie werden nicht heilig durch Umtausch, und machen andres nicht heilig, Umtauschzu bewirken!? – Streiche hier ‘das Geschlechtslose’. –
10Komm und höre: R. Elie͑zer sagte: Fünf werden nicht heilig und machen nicht heilig, und zwar: das Totverletzte, der Mischling, die Seitengeburt, das Geschlechtslose und der Zwitter. Wolltest du sagen, man streiche auch hier ‘das Geschlechtslose’, so würden es ja vier sein!? – Streiche ‘das Geschlechtslose’ und füge das Verwaistehinzu.
11Es wäre anzunehmen, daß hierüber Tannaím streiten. R. Ilea͑j sagte nämlich im Namen R. Jišma͑éls: Der Zwitter ist ein Erstgeborenes mit anhaftendem Leibesfehler. Die Weisen sagen, die Heiligkeit erfasse ihn nicht. R. Šimo͑n b. Jehuda sagt im Namen R. Šimo͑ns, es heißt männlich, und überall, wo es männlich heißt, deutet dies nur auf die Ausschließung des Geschlechtslosen und des Zwitters.
12Wolltest du sagen, man streiche auch hier ‘des Geschlechtslosen’, so würde ja R. Šimo͑n b. Jehuda derselben Ansicht wie die Rabbanan sein. Wahrscheinlich streiten sie über das Geschlechtslose; der erste Autor ist der Ansicht, die Heiligkeit erfasse nur den Zwitter nicht, über das Geschlechtslose aber besteht ein Zweifel, und es ist des Zweifels wegen heilig, und hierzu sagt R. Šimo͑n
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.