Bechorot — Blatt 44b
1DEM DIE BRÜSTE HÄNGEN, WIE BEI EINEM WEIBE, DEM DER BAUCH AUFGEDUNSEN IST, DEM DER NABEL VORSTEHT, DER EPILEPTIKER, SELBST NUR EINMAL IN [VIELEN] TAGEN, DER VON BESESSENHEIT BEFALLEN WIRD, DER HODENHAFTEUND DER MASSIGE.
2GEMARA. R. Abba, Sohn des R. Ḥija b. Abba, sagte: Man darf vor einer Menschenmenge Wasser lassen, nicht aber darf man vor einer Menschenmenge Wasser trinken. Ebenso wird auch gelehrt: Man darf vor einer Menschenmenge Wasser lassen, nicht aber darf man vor einer Menschenmenge Wasser trinken. Einst wollte jemand Wasser lassen und tat es nicht, da schwoll ihm der Bauch an.
3Šemuél hatte einst das Bedürfnis am Festsabbath, und man spannte vor ihm ein Gewand aus. Als er hierauf zu seinem Vater kam, sprach dieser zu ihm: Ich gebe dir vierhundert Zuz, und geh und stelle esher. Du kannst dies, aber sollte denn der, dem dies nicht möglich ist, sich der Gefahr aussetzen?
4Mar, Sohn des R. Aši, hatte Bedürfnis am Grabenstege, und er urinierte da; als man ihm sagte, seine Schwiegermutter komme, sprach er: In ihr Ohr. –
5Vielleicht geschah esinfolge eines Egels? – Ihm tropfte es.
6Die Rabbanan lehrten: Der Mensch hat zwei Kanäle, aus einem kommt der Urin und aus einem kommt der Samen, und [die Wand] zwischen einem und dem andren ist nur wie eine Knoblauchschale. Wenn der Mensch Bedürfnis hat, undzwischen dem einen und dem andren ein Loch entsteht, wird er steril.
7Reš Laqiš sagte: Es heißt:es soll unter dir kein Unfruchtbarer sein und keine Unfruchtbare und nicht unter deinem Vieh; es soll unter dir kein Unfruchtbarer sein, wenn du dich deinem Vieh gleichstellst.
8R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Es soll unter dir kein Unfruchtbarer sein, an Schülern; und keine Unfruchtbare, dein Gebet wird vor Gott nicht fruchtlos sein. Dies geschieht dann, wenn du dich einem Vieh gleichstellst.
9R. Papa sagte: Man uriniere nicht in ein Tongefäß, noch auf eine harte Stelle, denn Rabh sagte, die abschüssigen Stellen in Babylonien ergießen ihr Wasser in den Fluß E͑ṭam. Abajje sagte: Ein Weib stelle sich nicht direkt vor ein Kind hin; seitwärtsist nichts dabei.
10Es wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Gamliél sagte: Die zurückkehrende Säulebringt den Menschen zur Wassersucht, der zurückgehaltene Strahl bringt den Menschen zur Gelbsucht. Rabba b. R. Hona sagte im Namen R. Qaṭṭinas im Namen des Reš Laqiš: Viel Blut, viel Grind; viel Samen, viel Aussatz; viel Kotmassen, viel Wassersucht; viel Urin, viel Gelbsucht.
11DER VON BESESSENHEIT BEFALLEN WIRD. Was ist dies? – Es wird gelehrt: Der Geist des Bennephel kommt über ihn.
12DER HODENHAFTE UND DER MASSIGE. Es wird gelehrt: Der Hodenhafte, an den Hoden; der Massige, am Gliede. Es wird gelehrt: Der Hodenhafte, das ist der Qijon; Gerabtan, das ist der Großgliedige. Qijon, an den Hoden; Gerabtan, am Gliede. –
13Wie groß? R. Jehuda zeigte: bis zum Knie. Es wird gelehrt: R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagte: Bis zum Knie ist er untauglich, über dem Knie ist er tauglich. Manche lesen: Bis zum Knie ist er tauglich, unter dem Knie ist er untauglich.
14DER KEINE HODEN ODER DER NUR EINE HODE HAT; DAS IST DER IN DER SCHRIFTGENANNTE HODENGEQUETSCHTE. R. JIŠMA͑ÉL ERKLÄRT, DESSEN HODEN ZERDRÜCKT SIND. R. A͑QIBA ERKLÄRT, DESSEN HODEN AUFGEDUNSEN SIND. R. ḤANINA B. ANTIGONOS ERKLÄRT, DESSEN AUSSEHEN SCHWARZ IST.
15GEMARA. R. Jišma͑él war folgendes schwierig: es sollte ja heißen: dem die Hoden fehlen!? Daher lehrt er: dessen Hoden zerdrücktsind. Und R. A͑qiba war folgendes schwierig: demnach sollte es heißen: dessen Hoden zerdrücktsind!? Daher lehrt er: dessen Hoden aufgedunsen sind.
16Und R. Ḥanina b. Antigonos war folgendes schwierig: demnach sollte es doch heißen: Lufthoden!? Daher lehrt er: dessen Aussehen schwarz ist. Er ist der Ansicht, man entferne [Buchstaben], füge hinzu und lege aus. – Dieser ist ja ein Mohr!? –
17R. Ḥanina b. Antigonos lehrt es da nicht vom Mohren.
18DER MIT DEN KNÖCHELN ODER MIT DEN KNIEN ANEINANDER SCHLÄGT.
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.