Bechorot — Blatt 46a
1im Sinne der Öffentlichkeit geloben.
2Amemar sagte nämlich: Die Halakha ist, auch nach demjenigen, welcher sagt, für das öffentlich abgelegte Gelübde gebe es eine Auflösung, gibt es für das im Sinne der Öffentlichkeit abgelegte Gelübde keine Auflösung. Dies jedoch nur für eine freigestellte Sache, zur Ausübung eines Gebotesaber gibt es eine Auflösung. So ließ einst R. Aḥa einen Kinderlehrer [den Unterricht] abgeloben, weil er die Kinder mißhandelte; Rabina aber setzte ihn wieder ein, weil er keinen fand, der so gründlich war wie dieser.
3WER SICH AN TOTEN VERUNREINIGT &C. Weshalb genügt es in diesem Falle, daß er es auf sich nimmt, während man ihn in jenem geloben läßt? – Da ist er von seinem Triebe ergriffen.
4MANCHER IST ERSTGEBORENER HINSICHTLICH DER ERBSCHAFT UND NICHT ERSTGEBORENER FÜR DEN PRIESTER, [MANCHER] IST ERSTGEBORENER FÜR DEN PRIESTER UND NICHT ERSTGEBORENER HINSICHTLICH DER ERBSCHAFT, MANCHER IST ERSTGEBORENER HINSICHTLICH DER ERBSCHAFT UND FÜR DEN PRIESTER, UND MANCHER IST ERSTGEBORENER WEDER HINSICHTLICH DER ERBSCHAFT NOCH FÜR DEN PRIESTER.
5WER IST ERSTGEBORENER HINSICHTLICH DER ERBSCHAFT UND NICHT FÜR DEN PRIESTER? DER NACH EINER FEHLGEBURT KOMMT, OBGLEICH DER KOPF LEBEND HERVORGEKOMMEN IST, ODER EINEM NEUNMONATSKINDE, DESSEN KOPF TOT HERVORGEKOMMEN IST, UND, WIE R. MEÍR SAGT, WENN [DIE MUTTER] VORHER EINE ART VIEH, WILD ODER VOGEL ABORTIERT HAT;
6DIE WEISEN SAGEN, NUR WENN ETWAS MENSCHENÄHNLICHES AN IHR WAR. WENN [DIE MUTTER] VORHER EINEN SANDEL, EINE NACHGEBURT ODER EINE ENTWICKELTE EIHAUT ABORTIERT HAT, ODER [DAS KIND] ZERSTÜCKELT HERAUSKAM, SO IST, DER NACH IHNEN KOMMT, ERSTGEBORENER HINSICHTLICH DER ERBSCHAFT, NICHT ABER ERSTGEBORENER FÜR DEN PRIESTER.
7WENN JEMAND, DER KEINE KINDER HATTE, EINE FRAU GENOMMEN HAT, DIE BEREITS GEBOREN HATTE ALS SKLAVIN UND NACHHER FREIGELASSEN WURDE, ALS NICHTJÜDIN UND SICH NACHHER BEKEHRT HAT, UND SIE, NACHDEM SIE DEN JISRAÉLITEN GEHEIRATET, GEBOREN HAT, SO IST [DAS KIND] ERSTGEBORENER HINSICHTLICH DER ERBSCHAFT, NICHT ABER ERSTGEBORENER FÜR DEN PRIESTER.
8R. JOSE DER GALILÄER SAGT, ES SEI ERSTGEBORENER HINSICHTLICH DER ERBSCHAFT UND FÜR DEN PRIESTER, DENN ES HEISST:Durchbruch des Mutterschosses unter den Kindern Jisraél; WENN DER DURCHBRUCH DES MUTTERSCHOSSES IN JISRAÉL ERFOLGT IST.
9WENN JEMAND KINDER HATTE UND EINE FRAU GENOMMEN HAT, DIE NOCH NICHT GEBOREN HAT, ODER EINE SICH SCHWANGER BEKEHRT HAT ODER SCHWANGER FREIGELASSEN WURDE,
10ODER WENN EINE ZUSAMMEN MIT EINER PRIESTERIN ODER EINER LEVITIN GEBOREN HAT, ODER MIT EINER FRAU, DIE BEREITS GEBOREN HAT, ODER WENN EINE KEINE DREI MONATE NACH [DEM TODE] IHRES MANNES GEWARTET UND GEHEIRATET UND GEBOREN HAT, SODASS MAN NICHT WEISS, OB [DAS KIND] EIN NEUNMONATLICHES VOM ERSTEN ODER EIN SIEBENMONATLICHES VOM ZWEITEN IST, SO IST [DAS KIND] ERSTGEBORENER FÜR DEN PRIESTER, NICHT ABER ERSTGEBORENER HINSICHTLICH DER ERBSCHAFT.
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.