Bechorot — Blatt 50a
1R. Joḥanan erklärte: Der hadrianische und der trajanische Denar, der abgebrauchte, die mit fünfundzwanzig auf den Zuz gehandelt werden. Von diesen ziehe man ein Sechstel ab, und was bleibt, ist für die Auslösung eines Sohnes. – Es bleiben ja einundzwanzig weniger ein Sechstel!? –
2Vielmehr, ziehe davon ein Sechstel und einen Zuz ab, und was bleibt, ist für die Auslösung eines Sohnes. – Aber immerhin bleiben es ja zwanzig weniger ein Sechstel!? – Vielmehr, ziehe davon einen Zuz und ein Sechstel ab, und was bleibt, ist für die Auslösung eines Sohnes; das sind zwanzig Gewichteim Gewichte eines Denars, das sind achtundzwanzigeinhalb Zuz und ein halbes Sechstel.
3Raba sagte: Der in der Tora genannte Sela͑ hat drei und ein Drittel, denn es heißt:zwanzig Gera der Šeqel; dies übersetzen wir: zwanzig Maă, und es wird gelehrt, sechs Silbermaa͑ seien ein Denar.
4Man wandte ein: Der Sela͑ des Heiligtumes hatte ja achtundvierzig Pondion,
5welche Bedeutung hat nun dieses Pondion? Ein Kollybusals Aufgeld!? –
6Nachdem sie dazu hinzugefügthaben. Es wird nämlich gelehrt: Zwanzig Gera hat der Šeqel; hieraus lernen wir, daß der Šeqel zwanzig Gera hat; woher, daß, wenn man hinzufügen will, man dies dürfe? Es heißt:soll sein. Man könnte glauben, auch mindern. So heißt es:ist es.
7Einst sandte R. Aši an R. Aḥa, den Sohn Rabinas, siebzehn Zuz als Lösung für seinen Sohn, und ließ ihm sagen: Möge mir der Meister das darin enthaltene übersteigende Drittelzurücksenden. Dieser aber ließ ihm erwidern: Möge der Meister mir noch drei senden, die man hinzugefügthat.
8R. Ḥanina sagte: Überall, wo in der Tora von Geld schlechthin gesprochen wird, ist es ein Sela͑, wenn in den Propheten, ist es ein Litra, und wenn in den Hagiographen, ist es ein Talent; ausgenommen ist das bei E͑phron genannte Geld; obgleich es sich in der Tora befindet, ist es ein Talent, denn es heißt:vierhundert Silberstücke, gangbar im Handel, und es gibt Orte, wo das Talent Šeqel genannt wird.
9R. Oša͑ja sagte: Sie wollten alles Silber und Gold der Welt wegen des Silbers und Goldes Jerušalemsverstecken, bis sie einen Vers in der Schrift fanden, auf Grund dessen sie es erlaubt haben, denn es heißt:und Räuber sollen dahin kommen und es entweihen. –
10Ist Jerušalem denn die Mehrheit der Welt? Vielmehr, erwiderte Abajje, sie wollten den hadrianischen und trajanischen abgebrauchten Denar verstecken wegen der Prägungen aus [dem Golde] Jerušalems, bis sie einen Vers in der Schrift fanden, auf Grund dessen sie ihn erlaubt haben, denn es heißt: es sollen Räuber dahin kommen und es entweihen.
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.