Bechorot — Blatt 51a

1Er hatte aber bei sich einen abgescheuerten halben Zuz, der nicht ging; da versetzte er ihm einen zweiten Faustschlag und gab ihn ihm.

2DIE DREISSIG FÜR EINEN SKLAVEN, DIE FÜNFZIG DES NOTZÜCHTERS UND DES VERFÜHRERS.

3Wozu ist dies weiter nötig, er lehrte es ja bereits im Anfangsatze!? – Dies ist vom Notzüchter und vom Verleumder zu lehren nötig; man könnte glauben, da bei ihnen nicht Šeqel genannt wird, seien nur irgendwelche Münzen zu zahlen, so lehrt er uns, daß sie von einander zu folgern sind.

4AUSGENOMMEN DIE ŠEQALIM.

5Es wird gelehrt: Ausgenommen die Šeqalim, der Zehnt, und das Erscheinen. Die Šeqalim, denn wir haben gelernt: Man darf wegen der Last beim Transporte die Šeqalim in Darikeneinwechseln.

6Der Zehnt, denn es heißt:du sollst das Geld in deine Hand binden. Das Erscheinen. R. Joseph lehrte: Daß er nicht Verfälschtesin den Tempelhof bringe.

7MAN KANN NICHT AUSLÖSEN DURCH SKLAVEN, NICHT DURCH SCHULDSCHEINE, NICHT DURCH GRUNDSTÜCKE UND NICHT DURCH HEILIGES. HAT ER DEM PRIESTER GESCHRIEBEN, ER VERPFLICHTE SICH, IHM FÜNF SELA͑ ZU GEBEN, SO MUSS ER SIE IHM GEBEN, SEIN SOHN ABER IST NICHT AUSGELÖST. DAHERDARF DER PRIESTER, WENN ER ES WILL, SIE IHM ALS GESCHENK GEBEN.

8WENN JEMAND DAS LÖSEGELD FÜR SEINEN SOHN ABGESONDERT HAT UND ES ABHANDEN GEKOMMEN IST, SO IST ER HAFTBAR, DENN ES HEISST:es soll dein sein, UND: du sollst auslösen.

9GEMARA. Unsre Mišna vertritt nicht die Ansicht Rabbis, denn es wird gelehrt, Rabbi sagt, man könne den Erstgeborenen eines Menschen mit allem auslösen, ausgenommen Schuldscheine. Was ist der Grund Rabbis? –

10Er wendet hierbei [die Regel von der] Einschließung und der Ausschließung an.Und seine Lösung, im Alter von einem Monat an sollst du lösen, einschließend, nach der Schätzung von fünf Šeqel Silber, ausschließend, sollst du lösen, einschließend,

11und wenn auf eine Einschließung eine Ausschließung und wiederum eine Einschließung folgt, so ist alles eingeschlossen. Eingeschlossen ist jede Sache und ausgeschlossen sind Schuldscheine.

12Die Rabbanan aber wenden hierbei [die Regel von der] Generalisierung und der Spezialisierung an. Und seine Lösung im Alter von einem Monat an, generell, nach der Schätzung von fünf Šeqel Silber, speziell, sollst du lösen, wiederum generell,

13und wenn auf eine Generalisierung eine Spezialisierung und eine Generalisierung folgt, so richte dich nach der Spezialisierung; wie das Spezialgenannte eine bewegliche Sache und selbst Geld ist, ebenso alles andre, was beweglich und selbst Geld ist. Ausgenommen Grundstücke, die nicht beweglich sind, ausgenommen Sklaven, die Grundstücken gleichen, und ausgenommen Schuldscheine, die, obgleich beweglich, nicht selbst Geld sind.

14Rabina sprach zu Meremar: Wendet denn Rabbi [die Regel von der] Einschließung und der Ausschließung an, Rabbi wendet ja beim Pfriemen [die Regel von der] Generalisierung und der Spezialisierung an!?

15Es wird nämlich gelehrt:Pfriemen, ich weiß dies vom Pfriemen, woher, daß auch Stachel, Dorn, Nadel, Bohrer und Griffel einbegriffen sind? Es heißt:du sollst nehmen, dies schließt alles ein, was mit der Hand genommen werden kann – so R. Jose b. R. Jehuda. Rabbi sagte: Pfriemen, wie ein Pfriemen aus Metall ist, ebenso alles andre, was aus Metall ist.

16Hierzu sagten wir, ihr Streit bestehe in folgendem. Rabbi wendet hierbei [die Regel von der] Generalisierung und der Spezialisierung an, und R. Jose b. R. Jehuda wendet hierbei [die Regel von der] Einschließung und Ausschließung an. –

17Allerdings, sonst wendet Rabbi [die Regel von der] Generalisierung und der Spezialisierung an, hier aber ist nach der Lehre der Schule R. Jišma͑éls zu erklären. In der Schule R. Jišma͑éls wurde nämlich gelehrt:

18Im Wasser, im Wasser, zweimal; dies ist nicht eine Generalisierung und eine Spezialisierung, sondern eine Einschließung und eine Ausschließung.

19Die Rabbanan aber erklären, wie sie im Westen sagen: Überall, wo du zwei Generalisierungen nebeneinander findest, schiebe die Spezialisierung dazwischen und wende dabei [die Regel von der] Generalisierung und der Spezialisierung an.

20UND NICHT DURCH HEILIGES. Selbstverständlich, es ist ja nicht seines!? – Lies:

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.