Bechorot — Blatt 56a
1wie es bei deinen Söhnen Kauf und Schenkung nicht gibt, ebenso gilt dies nicht von Kauf und Schenkung bei Kleinvieh und Rind. –
2Dieser Schriftvers befindet sich ja bei der Erstgeburt!? – Die Schrift sagt:so verfahre auch, und da dies auf das Erstgeborene nicht zu beziehen ist, da es hierbei kein Verfahren gibt, denn es ist schon vom Mutterschoße aus heilig, so beziehe man es auf den Viehzehnten. –
3Vielleicht beziehe man es auf Sündopfer und Schuldopfer!? – Gleich deinem Sohne; wie es bei deinem Sohne nicht wegen einer Sünde erfolgt, ebenso auch bei Kleinvieh und Rind, wenn es nicht wegen einer Sünde dargebracht wird. –
4Vielleicht beziehe man es auf Brandopfer und Heilsopfer!? – Gleich deinem Sohne; wie es bei deinem Sohne nicht als Gelobtes und freiwillige Spende erfolgt, ebenso bei Kleinvieh und Rind &c. –
5Vielleicht beziehe man es auf das Brandopfer des Erscheinens!? – Gleich deinem Sohne; wie es bei deinem Sohne nicht zu einer festgesetzten Zeit erfolgt, ebenso bei Rind und Kleinvieh, wenn dafür keine Zeit festgesetzt ist. –
6Demnach auch: wie es bei deinem Sohne keinen Kauf gibt, ebenso bei Rind und Kleinvieh, wenn kein Kauf erfolgt ist, während doch R. Asi im Namen R. Joḥanans gesagt hat, wenn jemand zehn Geburten im Leibe der Mütter gekauft hat, so kommen sie alle in die Hürde zur Verzehntung!?
7Raba erwiderte: die Schrift sagt: verfahre, die Schrift hat es nur zur Zeit des Verfahrens eingeschränkt.
8Der Text. R. Asi sagte im Namen R. Joḥanans: Wenn jemand zehn Geburten im Leibe der Mütter gekauft hat, so müssen sie alle in die Hürde zur Verzehntung kommen. – Wir haben ja aber gelernt, was man gekauft oder als Geschenk erhalten hat, sei vom Viehzehnten frei!?
9R. Elea͑zar erwiderte: Ich habe R. Joḥanan im Traume gesehen und will etwas Gutes sagen. Die Schrift sagt: verfahre, die Schrift hat es nur zur Zeit des Verfahrens eingeschränkt. R. Šimo͑n b. Eljaqim wandte gegen R. Elea͑zar ein. [Die Bestimmung vom] Gekauftengilt [auch] bei dem, das das Alter noch nicht erreichthat!?
10Dieser erwiderte: Dies ist keine Mišna, und wenn du sagen willst, es sei eine Mišna, so ist es R. Šimo͑n b. Jehuda zu addizieren, der im Namen R. Šimo͑ns sagt, das das Alter noch nicht erreicht hat, komme in die Hürde zur Verzehntung; es gleicht dem Erstgeborenen: wie das Erstgeborene vor der Frist heilig und nach der Frist darzubringen ist, ebenso ist, das das Alter noch nicht erreicht hat, vor der Frist heilig und nach der Frist darzubringen.
11Ein Jünger rezitierte vor Rabh: Welches ist eine Hurengabe, das in die Hürde zur Verzehntung komme? Was er ihr gegeben und von ihr zurückgekauft hat. – Es ist ja als Gekauftes untauglich!? –
12Ihm ist das entgangen, was R. Asi im Namen R. Joḥanans gesagt hat, wenn jemand zehn Geburten im Leibe ihrer Mütter gekauft hat, so kommen sie alle in die Hürde zur Verzehntung. – Sollte sie esverzehnten!? –
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.