Bechorot — Blatt 57b

1der Ansicht R. Šimo͑ns, welcher sagt, die Seitengeburt sei eine richtige Geburt, und nicht wie R. Joḥanan;

2hinsichtlich dessen, das das Alter noch nicht erlangt hat, ist er der Ansicht des R. Šimo͑n b. Jehuda; und hinsichtlich des Verwaisten gilt dies von dem Falle, wenn der Balg noch vorhanden ist. R. Jehošua͑ vertritt hierbei seine Ansicht, denn er sagt, selbst wenn man die Mutter geschlachtet hat, der Balg aber noch vorhanden ist, sei es kein Verwaistes.

3R. Jišma͑él b. Sathriél aus A͑rkath Libna bekundete vor Rabbi: In unsren Orten zieht man dem toten [Vieh] die Haut ab und wickelt darin das lebende. Rabbi sagte: Nun ist uns der Grund unsrer Mišnaklar.

4In unsren Orten hat der Lattich sechzig Myriaden Blätter. [In unsren Orten haben die Böckesechzig Myriaden Häutchen in ihrem Magen.] Einst stürzte in unsrem Orte eine Zeder um, und sechzehn Karren fuhren über ihre Breite.

5Einst fiel ein Ei des Bar Jukhniherab und versenkte sechzig Städte und riß dreihundert Zedern um. – Läßt er denn [die Eier] fallen, es heißt ja:des Straußweibchens Fittig schlägt lustigan!? R. Aši erwiderte: Es war ein verdorbenes.

6ES GIBT DREI TERMINEFÜR DEN VIEHZEHNTEN: IN DER MONATSHÄLFTE DES PESAḤFESTES, IN DER MONATSHÄLFTE DES WOCHENFESTES UND IN DER MONATSHÄLFTEDES [HÜTTEN]FESTES. DIES SIND DIE TERMINE FÜR DEN VIEHZEHNTEN – SO R. A͑QIBA.

7BEN A͑ZAJ SAGT, AM NEUNUNDZWANZIGSTEN ADAR, AM ERSTEN SIVAN UND AM NEUNUNDZWANZIGSTEN AB. R. ELEA͑ZAR UND R. ŠIMO͑N SAGEN, AM ERSTEN NISAN, AM ERSTEN SIVAN UND AM NEUNUNDZWANZIGSTEN ELUL. WESHALB SAGTEN SIE, AM NEUNUNDZWANZIGSTEN ELUL, UND NICHT AM ERSTEN TIŠRI? DA DIESER EIN FEIERTAG IST UND MAN AM FEIERTAGE DEN ZEHNTEN NICHT ENTRICHTEN DARF, SO HAT MAN IHN AUF DEN VORANGEHENDEN NEUNUNDZWANZIGSTEN ELUL VERLEGT.

8R. MEÍR SAGT, DER ERSTE ELUL SEI JAHRESANFANG FÜR DEN VIEHZEHNTEN. BEN A͑ZAJ SAGT, DIE IM ELUL GEBORENEN SEIEN BESONDERS ZU VERZEHNTEN.

9ALLE VOM ERSTEN TIŠRI BIS ZUM NEUNUNDZWANZIGSTEN ELULGEBORENEN WERDEN [ZUR VERZEHNTUNG] VEREINIGT. FÜNF VOR NEUJAHR UND FÜNF NACH NEUJAHR [GEBORENE] WERDEN NICHT VEREINIGT; FÜNF VOR DEM TERMINE UND FÜNF NACH DEM TERMINE [GEBORENE] WERDEN VEREINIGT. WESHALB HEISST ES DEMNACH, ES GEBE DREI TERMINE FÜR DEN VIEHZEHNTEN? DASS MAN NÄMLICH VOR DEM TERMINE [UNVERZEHNTET] VERKAUFEN UND SCHLACHTENDARF; IST DER TERMIN HERANGEREICHT, SO DARF MAN NICHT MEHR SCHLACHTEN, HAT MAN GESCHLACHTET, SO IST MAN FREI.

10GEMARA. Weshalb drei? Rabba b. Šila erwiderte: Entsprechend den Frühlingen, den Spätlingen und den Sommerlingen. –

11Weshalb gerade an diesen Zeiten? R. Tanḥum, Sohn des R. Ḥija, aus Kephar A͑kko erwiderte:

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.