Bechorot — Blatt 5b
1Vielmehr ist hieraus zu entnehmen, daß die Mine des Heiligtums eine Doppelmine war.
2Und hieraus ist zu entnehmen, daß man zu den Massen etwas hinzufüge, jedoch füge man nicht mehr als ein Sechstel hinzu. Und hieraus ist zu entnehmen, daß das Sechstel ausschließlich zu verstehen ist.
3R. Ḥanina sagte: Ich fragte R. Elie͑zer im großen Lehrhause: Weshalb ist es bei den Erstgeborenen des Esels anders als bei den Erstgeborenen von Pferd und Kamel? Dieser erwiderte: Es ist eine Verordnung der Schrift. Und ferner, weil sie den Jisraéliten beim Auszuge aus Miçrajim Hilfe leisteten, denn du hast keinen einzigen Jisraéliten, der nicht neunzig lybische Esel mit dem Gold und dem Silber Miçrajims beladen hätte.
4Ferner fragte ich ihn, was Rephidimbedeute, und er erwiderte mir, der Name [des Ortes] war Rephidim. Hierüber [streiten] Tannaím: R. Elie͑zer sagt, Rephidim war der Name [des Ortes]; R. Jehošua͑ sagt, weil sie schlaff [raphe] waren in der Tora, denn es heißt :es wandten sich nicht die Väter an die Kinder vor Schlaffheit [riphjon] der Hände.
5Ferner fragte ich ihn, was Šiṭṭimbedeute, und er erwiderte mir, der Name [des Ortes] war Šiṭṭim. Hierüber [streiten] Tannaím: R. Elie͑zer sagt, Šiṭṭim war der Name [des Ortes] ; R. Jehošua͑ sagt, sie befaßten sich mit buhlerischem Treiben [šeṭuth].
6Und sie luden das Volk zu den Opfermahlen ihrer Götter. R. Elie͑zer sagt, sie kamen ihnen nackt entgegen; R. Jehošua͑ sagt, sie bekamen alle Samenerguß.
7HAT EINE KUH ESELARTIGES ODER EINE ESELIN PFERDEARTIGES GEWORFEN, SO IST ES ERSTGEBURTSFREI, DENN ES HEISST [ZWEIMAL] :Erstling des Esels, Erstling des Esels, NUR WENN DIE WERFENDE ESEL UND DAS GEWORFENE ESEL IST.
8WIE VERHÄLT ES SICH MIT IHNEN HINSICHTLICH DES ESSENS? HAT EIN REINES VIEH EIN UNREINARTIGES VIEH GEWORFEN, SO IST ES ZUM ESSEN ERLAUBT, UND HAT EIN UNREINES EIN REINARTIGES VIEH GEWORFEN, SO IST ES ZUM ESSEN VERBOTEN, DENN WAS VOM UNREINEN KOMMT, IST UNREIN, UND WAS VOM REINEN KOMMT, IST REIN.
9GEMARA. Dort haben wir gelernt: Hat ein Schaf Ziegenartiges oder eine Ziege Schaf artiges geworfen, so ist es erstgeburtsfrei; hat es aber manche Kennzeichen, so ist es pflichtig.
10Woher dies? R. Jehuda erwiderte: Die Schrift sagt:nur das Erstgeborene eines Rindes, nur wenn es selbst ein Rind ist und sein Erstgeborenes ein Rind ist ;das Erstgeborene eines Lammes, nur wenn es selbst ein Lamm ist und sein Erstgeborenes ein Lamm ist ;das Erstgeborene einer Ziege, nur wenn es selbst eine Ziege ist und sein Erstgeborenes eine Ziege ist.
11Man könnte glauben, auch wenn es manche Kennzeichen hat, so heißt es nur, teilend. –
12[Unser] Autor folgert es ja aber aus [der Wiederholung des Wortes] Erstling!? –
13Er ist der Ansicht R. Jose des Galiläers, denn es wird gelehrt: R. Jose der Galiläer sagte : Nur das Erstgeborene eines Rindes, nur wenn es selbst ein Rind ist und sein Erstgeborenes ein Rind ist; das Erstgeborene eines Lammes, nur wenn es selbst ein Lamm ist und sein Erstgeborenes ein Lamm ist; oder das Erstgeborene einer Ziege, nur wenn es selbst eine Ziege ist und sein Erstgeborenes eine Ziege ist.
14Man könnte glauben, auch wenn es manche Kennzeichen hat, so heißt es nur, teilend. –
15Worin besteht ihr Streit? – Unser Autor ist der Ansicht, der Allbarmherzige lehrt dies von der Heiligkeit des Geldwertes, und dasselbe gilt auch von der Heiligkeit der Sache,
16und R. Jose ist der Ansicht, der Allbarmherzige lehrt dies von der Heiligkeit der Sache, und dasselbe gilt auch von der Heiligkeit des Geldwertes, und er folgert hinsichtlich der Heiligkeit des Geldwertes von der Heiligkeit der Sache. –
17Wofür verwendet unser Autor [die Wiederholung des Wortes] Erstgeborenes? –
18Diese verwendet er für eine Lehre des R. Jose b. R. Ḥanina, denn R. Jose b. R. Ḥanina sagte: Wozu werden die Opferteilebeim Erstgeborenen eines Rindes und die Opferteile beim Erstgeborenen eines Lammes und die Opferteile beim Erstgeborenen einer Ziege besonders genannt?
19Dies ist nötig. Würde der Allbarmherzige es nur beim Erstgeborenen eines Rindes geschrieben haben, [so könnte man glauben,] weil es bei diesem mehr Gußopfer sind;
20wenn beim Lamme, weil bei ihm der Fettschwanz hinzukommt;
21wenn von der Ziege, weil diese wegen des Götzendienstes eines Einzelnen dargebracht wird. –
22Wenn hinsichtlich des einen von einem nicht zu folgern ist, so sollte doch hinsichtlich des einen von zweien gefolgert werden!? –
23Von welchem sollte dies nicht geschrieben werden: wenn der Allbarmherzige es vom Rinde nicht geschrieben hätte
24und man bezüglich dessen von jenen folgern wollte, [so könnte man erwidern :] wohl gilt dies von jenen, die beim Götzendienste einer Gemeinschaft verwendet werden ;
25und wenn der Allbarmherzige es von der Ziege nicht geschrieben hätte und man bezüglich dieser von jenen folgern wollte, [so könnte man erwidern:] wohl gilt dies von jenen, die ein Mehr haben für den Altar. Daher sind sie alle nötig. –
26Und R. Jose der Galiläer!? – Demnach sollte doch der Schriftvers lauten: nur das Erstgeborene eines Rindes, eines Schafes und einer Ziege, wozu heißt es wiederholt Erstgeborenes? Hieraus ist somit zu entnehmen, nur wenn es selbst und sein Erstgeborenes ein Rind ist. –
27Wofür verwendet R. Jose der Galiläer [die Wiederholung der Worte Erstling eines Esels? –
28Diese verwendet er für folgende Lehre : R. Jose der Galiläer sagte : Da es heißt : jedoch sollst du den Erstgeborenen eines Menschen auslösen, und das Erstgeborene eines unreinen Viehs sollst du auslösen, könnte man entnehmen, auch das Erstgeborene von Pferd und Kamel, so heißt es: Erstling eines Esels, ich habe es dir nur vom Erstlinge eines Esels gesagt, nicht aber von den Erstlingen von Pferd und Kamel.
29Aber immerhin könnte ich noch glauben, den Erstling eines Esels durch ein Schaf und die Erstlinge von Pferd und Kamel durch irgend etwas,
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.