Bechorot — Blatt 7b
1sondern: vomUnreinen, und auch dieser gehört zur Art des Unreinen.
2Manche sagen: Von dem des Pferdes und des Kamels ist es nicht fraglich, da ihn Menschen nicht trinken, fraglich ist es nur von dem des Esels, den Menschen trinken, weil er gegen Gelbsucht verwendet wird; wie ist es nun?
3R. Šešeth erwiderte ihnen: Ihr habt es gelernt: Was vom Unreinen kommt, ist unrein, und was vom Reinen kommt, ist rein, und auch dieser kommt vom Unreinen.
4Man wandte ein : Weshalb sagten sie, der Honig der Bienen sei erlaubt? Weil sie ihn in den Körper bringen, jedoch nicht aus dem Körper pressen. –
5Er ist der Ansicht R. Ja͑qobs, welcher sagte, den Honig hat der Allbarmherzige erlaubt.
6Es wird nämlich gelehrt: R. Ja͑qob sagte:Dieses aber dürft ihr von allem beflügelten Kriechgetier e essen; dieses darfst du essen, nicht aber darfst du unreines beflügeltes Kriechgetier essen. –
7Vom beflügelten Kriechgetiere ist dies ja ausdrücklich geschrieben!? – Vielmehr, du darfst unreines, beflügeltes Kriechgetier nicht essen, wohl aber darfst du essen, was das unreine Beflügelte auswirft, nämlich Bienenhonig.
8Man könnte glauben, auch den Honig der Wespen und Hornissen, so sage man : nein. Was veranlagt dich, den der Bienen einzuschließen und den der Wespen und Hornissen auszuschließen? Ich schließe den Honig der Bienen ein, der keinen Beinamenhat.
9und ich schließe den Honig der Wespen und Hornissen aus, der einen Beinamen hat. Die Lehre, der Honig der Wespen und Hornissen sei rein und zum Essen erlaubt, vertritt also nicht die Ansicht des R. Ja͑qob.
10Wenn er rein ist, so ist ja die Absichterforderlich. Ebenso wird gelehrt: Honig im Bienenstocke ist auch ohne Absicht als Speise verunreinigungsfähig.
11Von den Kügelchen der Hirschkuhwollten die Rabbanan sagen, sie seien Eier und verboten, da sprach R. Saphra zu ihnen: Es sind Samentropfen des Hirschbockes, der der Hinde folgt und sich mit ihr nicht begatten kann, weil ihr Muttermund eng ist; er folgt der Hirschkuh, und sie lagern sich ab.
12R. Hona sagte: Die Haut, die vor dem Gesichte des Eselsmitkommt, ist erlaubt, denn es ist nur eine Masse.
13R. Ḥisda sprach zu ihm: Es gibt eine Lehre als Stütze für dich: Die Haut, die vor dem Gesichte eines Menschen mitkommt, ob eines lebenden oder eines toten, ist rein. Doch wohl, ob er lebt und die Mutter lebt, oder er lebt und die Mutter totist. –
14Nein, ob er lebt und die Mutter tot ist, oder er tot ist und die Mutter lebt. – Es wird ja aber gelehrt: einerlei ob er lebt und die Mutter lebt, oder er tot ist und die Mutter tot ist!? – Ist dies gelehrt worden, so ist es gelehrt worden.
15HAT EIN UNREINER FISCH EINEN REINEN FISCH VERSCHLUNGEN, SO IST ER ZUM ESSEN ERLAUBT, HAT ABER EIN REINER FISCH EINEN UNREINEN FISCH VERSCHLUNGEN, SO IST ER ZUM ESSEN VERBOTEN, WEIL ER NICHT SEIN ERZEUGNIS IST.
16GEMARA. Nur wenn man ihn verschlingen gesehen hat, wenn man ihn aber nicht verschlingen gesehen hat, sagen wir, er sei seine Brut. Woher dies? –
17Es wird gelehrt: Ein unreiner Fisch wirft Junge, ein reiner Fisch legt Eier. – Demnach sollte man, auch wenn man ihn verschlingen gesehen hat, sagen, er habe jenen verdaut, und dieser sei seine Brut!?
18R. Šešeth erwiderte : Wenn er ihn durch den After ausgestoßen hat. R. Papa erwiderte: Wenn er ihn durch den Schlund ausgestoßen hat. R. Naḥman erwiderte: Wenn man ihn vollständig entwickelt findet.
19R. Aši erwiderte: Die meisten Fische bringen eine gleichartige Brut hervor, und es ist ebenso, als würde er ihn vor uns verschlungen haben.
20Die Rabbanan lehrten: Ein unreiner Fisch wirft Junge, ein reiner Fisch legt Eier. Was gebiert, säugt, und was Eier legt, sammelt, ausgenommen die Fledermaus, die säugt, obgleich sie Eier legt.
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.