Bechorot — Blatt 8a
1Die Delphine sind fruchtbar und mehren sich, wiedie Menschen. – Was sind Delphine? R. Jehuda erwiderte : Seemenschen.
2Was die Hoden von außen hat, gebiert, und was sie von innen hat, legt Eier. –
3Dem ist ja aber nicht so, Šemuél sagte ja, Gans und Wildgans seien miteinander Gattungsmischung, und auf unsere Frage, weshalb dies, erwiderte Abajje, die eine habe die Hoden außen und die andre habe die Hoden innen, beide aber legen ja Eier!? –
4Vielmehr, was das männliche Glied von außen hat, gebiert, und was es von innen hat, legt Eier.
5Was sich am Tage begattet, gebiert am Tage, was nachts, gebiert nachts, und was sich sowohl am Tage als auch nachts begattet, gebiert sowohl am Tage als auch nachts.
6Was sich am Tage begattet, gebiert am Tage, das Huhn. Was nachts, gebiert nachts, die Fledermaus. Was sich sowohl am Tage als auch nachts begattet, gebiert sowohl am Tage als auch nachts, der Mensch, und alles, was ihm gleicht. –
7In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? – Hinsichtlich einer Lehre des R. Mari, des Sohnes R. Kahanas, denn R. Mari, Sohn des R. Kahana, sagte : Wenn man am Vorabend des Festes das Hühnernest untersucht und darin kein Ei gefunden hat, und am folgenden Morgen darin ein Ei findet, so ist es am Festezum Essen erlaubt, denn man hat wahrscheinlich nicht gut untersucht. –
8Er hat ja aber gut untersucht!? – Vielleicht war die größere Hälfte hervorgekommen und zurückgetreten. Dies nach R. Joḥanan, denn R. Joḥanan sagte: Wenn die größere Hälfte eines Eies vor dem Feste hervorgekommen war und zurückgetreten ist, so darf man es am Feste essen.
9Deren Begattungsweise und Schwangerschaft gleich ist, gebären und hegen von einander. Alle vollziehen die Begattung Gesicht gegen Nacken, ausgenommen drei, die die Begattung Gesicht gegen Gesicht vollziehen, und zwar: der Fisch, der Mensch und die Schlange. –
10Weshalb gerade diese drei? – Als R. Dimi kam, sagte er: Im Westenerklärten sie, weil die Göttlichkeit mit ihnen gesprochen hat.
11Es wird gelehrt: Das Kamel Rücken gegen Rücken.
12Die Rabbanan lehrten : Die Henne nach einundzwanzig Tagen : entsprechend beim Baume der Mandelbaum. Der Hund nach fünfzig Tagen; entsprechend beim Baume der Feigenbaum. Die Katze nach zweiundfünfzig Tagen; entsprechend beim Baume der Maulbeerbaum. Das Schwein nach sechzig Tagen ; entsprechend beim Baume der Apfelbaum. Der Fuchs und alle Arten Kriechtiere nach sechs Monaten; entsprechend beim Baume das Getreide.
13Das reine Kleinvieh nach fünf Monaten; entsprechend beim Baume der Weinstock. Das unreine Großvieh nach zwölf Monaten ; entsprechend beim Baume die Dattelpalme. Das reine nach neun Monaten; entsprechend beim Baume der Ölbaum. Der Wolf, der Löwe, der Bär, der Tiger, der Panther, der Elefant, der Affe, und die Meerkatze nach drei Jahren ; entsprechend beim Baume die Weißfeige.
14Die Otter nach siebzig Jahren, und entsprechend beim Baume der Johannisbrotbaum. Der Johannisbrotbaum braucht von seiner Pflanzung bis zur Reife seiner Frucht siebzig Jahre. Die Tage seines Tragensbetragen drei Jahre. Die Schlange nach sieben Jahren, und für diesen Bösewicht finden wir nichts Entsprechendes. Manche sagen, die Mukhsasfeige. –
15Woher dies? R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs, und manche meinen, im Namen des R. Jehošua͑ b. Ḥananja: Es heißt:verflucht sollst du vor allem Vieh sein und vor allem Getiere des Feldes; wenn sie vor dem Vieh verflucht worden ist, so ist sie es doch um so mehrvor dem Getiere.
16Vielmehr besagt dies, wie das Vieh schwerer verflucht worden ist als das Tier, bei dem es nur ein Siebentel beträgt, nämlich der Esel mehrals die Katze, ebenso ist diese schwerer verflucht worden als das Vieh, bei dem es nur ein Siebentel beträgt. Somit sind es sieben Jahre. –
17Vielleicht aber: wie das Tier [dreimal] schwerer verflucht worden ist als das Vieh, einmal in drei Jahren, nämlich der Löwe mehr als der Esel, ebenso mehr als das Tier, bei dem es einmal in drei Jahren erfolgt, somit sind es neun Jahre!?
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.