Chagiga — Blatt 17a
1R. Aši sagte: Du kannst auch sagen, daß es seitlich erlaubt ist, denn was mit dem Rücken gleich [hoch] ist, gleicht dem Rücken.
2DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, MAN BRINGE [AM FESTE] HEILSOPFER DAR UND STÜTZE NICHT, JEDOCH KEINE BRANDOPFER; DIE SCHULE HILLELS SAGT, MAN BRINGE HEILSOPFER UND BRANDOPFER DAR UND STÜTZE AUCH
3. FÄLLT DAS WOCHENFEST AUF DEN VORABEND DES ŠABBATHS, SO FINDET DER SCHLACHTTAG, WIE DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, NACH DEM ŠABBATH STATT; DIE SCHULE HILLELS SAGT, ES GEBE (NACH DEM ŠABBATH) KEINEN SCHLACHTTAG. SIE PFLICHTET JEDOCH BEI, DASS, WENN ES AUF EINEN ŠABBATH FÄLLT, DER SCHLACHTTAG AM FOLGENDEN TAGE STATTFINDE.
4DER HOCHPRIESTER LEGT [AN DIESEM] KEINE AMTSKLEIDER AN, AUCH SIND TRAUER UND FASTEN ERLAUBT, ALS KUNDGEBUNG GEGEN DIEJENIGEN, WELCHE SAGEN, DAS WOCHENFEST FOLGE UNMITTELBAR AUF DEN ŠABBATH.
5GEMARA. [R. Elea͑zar sagte im Namen] R. Oša͑jas: Woher, daß [das Festopfer des] Wochenfestes sieben Tage nachgeholt werden kann? Es heißt: am Pesaḥfeste, am Wochenfeste und am Hüttenfeste; er vergleicht das Wochenfest mit dem Pesaḥfeste: wie es am Pesaḥfeste innerhalb der sieben Tage nachgeholt werden kann, ebenso kann es am Wochenfeste sieben Tage nachgeholt werden. –
6Sollte er es dem Hüttenfeste gleichstellen: wie es am Hüttenfeste acht Tage nachgeholt werden kann, ebenso am Wochenfeste acht Tage!? – Der achte Tag ist ein Fest für sich. –
7Allerdings ist der achte Tag ein Fest für sich hinsichtlich des Loses, des Zeitsegens, des Festes, des Opfers, des Tempelgesanges und des Segens, hinsichtlich der Nachholung aber stimmen ja alle über ein, daß er eine Fortsetzung des ersten [Tages] sei!? Wir haben nämlich gelernt: Wer das Festopfer am ersten Tage des Hüttenfestes nicht dargebracht hat, bringe es während des ganzen Festes dar, auch am letzten Festtage. –
8Ergreifst du viel, so hast du nichts ergriffen, ergreifst du wenig, so hast du es ergriffen. –
9Wozu wiederholt der Allbarmherzige das Hüttenfest? – Um es mit dem Pesaḥfeste zu vergleichen: wie am Pesaḥfeste das Übernachten [in Jerušalem] erforderlich ist, ebenso ist am Hüttenfeste das Übernachten erforderlich. –
10Woher wissen wir dies von diesem selbst? –
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.