Chagiga — Blatt 22a

1darin sich zwei Finger umdrehen lassen.

2Er ist der Ansicht R. Naḥmans, der im Namen des Rabba b. Abuha sagte, hier werden elf Auszeichnungen gelehrt, von denen die ersten sechs sowohl von Heiligem als auch von Profanem, das in für Heiliges geltende Reinheit zubereitet worden ist, gelten, und die letzten nur von Heiligem, nicht aber von Profanem, das in für Heiliges geltende Reinheit zubereitet worden ist. –

3Welchen Unterschied gibt es zwischen [den Erklärungen] Rabas und R. Ilas? –

4Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen in dem Falle, wenn man Geräte in einen Korb oder eine Reuse legt und sie untertaucht. Nach demjenigen, der wegen der Trennung sagt, ist dies hierbei zu berücksichtigen, und nach demjenigen, welcher sagt, man könnte Näh- und Sticknadeln in einem Gefäße untertauchen, dessen Mündung nicht [die Breite] eines Schlauchmundstückes hat, ist dies nicht zu berücksichtigen, da es keinen Korb und keine Reuse gibt, deren Mündung nicht [die Breite] eines Schlauchmundstückes hat.

5Raba vertritt hierbei seine Ansicht; denn Raba sagte: Wenn man Geräte in einen Korb oder eine Reuse legt und sie untertaucht, so sind sie rein;

6wenn man aber ein Tauchbad durch einen Korb oder eine Reuse teilt, so wird dem, der da untertaucht, das Untertauchen nicht angerechnet, weil der ganze Boden Wasser hervorsprudelt, während vierzig Seá an einer Stelle erforderlich sind.

7Dies gilt jedoch nur von einem reinen Gefäße, wenn es aber ein unreines ist, so ist das Untertauchen, da es für das Gefäß selbst gültig ist, auch für die darin befindlichen Geräte gültig.

8Wir haben nämlich gelernt: Wenn man Gefäße mit Geräten füllt und sie untertaucht, so sind sie rein; wenn man es aber nicht untertaucht, so wird das Wasser nur dann vereinigt, wenn [die Mündung die Breite] eines Schlauchmundstückes hat. Was heißt: wenn man es aber nicht untertaucht? Wenn man es nicht unterzutauchen braucht, so wird das Wasser nur dann vereinigt, wenn [die Mündung die Breite] eines Schlauchmundstückes hat.

9Wie Baba und R. Ila [streiten auch] Tannaím, denn es wird gelehrt: Wenn man einen Korb oder eine Reuse mit Gefäßen füllt und sie untertaucht, ob für Heiliges oder für Hebe, so sind sie rein. Abba Šaúl sagt, für Hebe und nicht für Heiliges. –

10Demnach sollte dies auch von Hebe gelten!? – Dies gilt ja nur für Genossen, und Genossen sind darin kundig. –

11Demnach sollte dies auch vom Heiligen gelten!? – Ein Mann aus dem gemeinen Volke könnte es sehen und ebenfalls untertauchen. –

12Auch bei der Hebe könnte es ja ein Mann aus dem gemeinen Volke sehen und ebenfalls untertauchen!? – Man nimmt sie von ihm nicht an. –

13Sollte man auch Heiliges von ihm nicht annehmen!? – Er würde Groll hegen. –

14Auch bei der Hebe kann er ja Groll hegen!? – Dabei macht er sich nichts daraus, er gibt sie dann seinem Genossen, einem Priester, der ein Mann aus dem gemeinen Volke ist. –

15Wer ist der Autor, der Groll berücksichtigt? Es ist R. Jose, denn es wird gelehrt: R. Jose sagte: Weshalb ist jeder während des ganzen Jahres hinsichtlich der Reinheit des Weines und des Öls glaubwürdig? Damit nicht jeder für sich selbst einen Altar baue und für sich selbst die rote Kuh verbrenne.

16R. Papa sagte: Nach wem nehmen wir jetzt das Zeugnis eines Menschen aus dem gemeinen Volke entgegen? Nach R. Jose. –

17Sollte doch das Leihen berücksichtigt werden!?

18Wir haben nämlich gelernt: Das Tongefäß schützt alles – so die Schule Hillels; die Schule Šammajs sagt, es schütze nur Speisen, Getränke und Tongefäße.

19Die Schule Hillels sprach zur Schule Šammajs: Weshalb? Die Schule Šammajs erwiderte: [Das Gefäß] ist durch den Mann aus dem gemeinen Volke unrein, und das unreine Gefäß hält [die Unreinheit] nicht zurück. Die Schule Hillels entgegnete: Ihr habt ja darin befindliche Speisen und Getränke als rein erklärt!? Die Schule Šammajs erwiderte: Wir haben sie zwar

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.