Chagiga — Blatt 8a
1Er ist somit der Ansicht, das Festopfer des vierzehnten sei kein Gebot der Tora.
2Der Meister sagte: Und wie die Schule Hillels sagt, auch vom [zweiten] Zehnten. Weshalb denn, dieses ist ja ein Pflichtopfer, und das Pflichtopfer ist ja nur von Profanem darzubringen!? U͑la erwiderte: Zum Anschluß.
3Ḥizqija sagt, man nehme ein Tier zum Tiere und nicht Geld zum Gelde, und R. Joḥanan sagt, man nehme Geld zum Gelde und nicht ein Tier zum Tiere.
4Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit Ḥizqija, und es gibt eine Lehre übereinstimmend mit R. Joḥanan. Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit R. Joḥanan: Nach Maßgabe, dies lehrt, daß man seine Pflichtopfer von Profanem darbringe. Woher, daß man, wenn man will, mischen darf? Es heißt: je nachdem der Herr, dein Gott, dich segnet.
5Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit Ḥizqija: Nach Maßgabe, dies lehrt, daß man seine Pflichtopfer von Profanem darbringe. Die Schule Šammajs sagt, am ersten [Fest]tage von Profanem, an den folgenden auch vom [zweiten] Zehnten; die Schule Hillels sagt, das erste Essen von Profanem, die folgenden auch vom [zweiten] Zehnten.
6An den übrigen Tagen des Pesaḥfestes genügt man seiner Pflicht auch mit dem [zweiten] Viehzehnten. – Weshalb nicht am [ersten] Festtage?
7R. Aši erwiderte: Man könnte verleitet werden, den Zehnten am Feste abzusondern, was wegen des Rotstriches verboten ist. –
8Wieso ist es erwiesen, daß missath [Maßgabe] ‘Profanes’ bedeute? – Es heißt: der König Aḥašveroš legte dem Lande einen Tribut [mas] auf.
9JISRAÉLITEN GENÜGEN IHRER PFLICHT AUCH MIT GELOBTEM UND GESPENDETEM. Die Rabbanan lehrten: Du sollst dich an deinem Feste freuen, dies schließt jede Art Freude als Festfreude ein. Hieraus folgerten die Weisen, daß Jisraéliten ihrer Pflicht genügen mit Gelobtem, Gespendetem und Viehzehnten,
10und Priester mit [dem Anteile] von Sünd- und Schuldopfern, Erstgeborenem und Brust und Keule. Man könnte glauben, auch mit Geflügel- und Speisopfern, so heißt es: du sollst dich an deinem Feste freuen,
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.