Chagiga — Blatt 8b
1nur mit dem, wovon das Festopfer darzubringen ist, ausgenommen dieses, von denen das Festopfer nicht darzubringen ist.
2R. Aši sagte; Dies geht schon aus [dem Worte] dich freuen hervor: ausgenommen diese, die keine Freude veranlassen. –
3Wofür verwendet R. Aši [das Wort] an deinem Feste? – Für eine Lehre des R. Daniél b. Qaṭṭina, denn R. Daniél b. Qaṭṭina lehrte im Namen Rabhs: Woher, daß man am Feste nicht heirate? Es heißt: du sollst dich an deinem Feste freuen, nicht aber an deiner Frau.
4WER VIELE MITSPEISENDE UND WENIG GÜTER HAT, BRINGE MEHR HEILSOPFER UND WENIGER BRANDOPFER DAR; WER VIEL GÜTER UND WENIG MITSPEISENDE HAT, BRINGE MEHR BRANDOPFER UND WENIGER HEILSOPFER DAR.
5VON DEM, DER VON DIESEN UND JENEN WENIG HAT, HEISST ES: EINE [BEZIEHUNGSWEISE] ZWEI SILBER [MAA͑]; VON DEM, DER VON DIESEN UND JENEIN VIEL HAT, HEISST ES: jeder, was er zu geben vermag, je nach dem Segen, den dir der Herr, dein Gott gegeben hat.
6GEMARA. Woher bringe er mehr Heilsopfer, er hat ja nichts!? R. Ḥisda erwiderte: Er lege zusammen und bringe einen großen Farren dar. R. Šešeth sprach zu ihm: Sie sagten ja, man nehme ein Tier zum Tiere!? –
7Was meint er damit; wollte man sagen, er meine es wie folgt: sie sagten ja, man nehme ein Tier zum Tiere, nicht aber Geld zum Gelde, so sollte er sagen: man dürfe kein Geld zum Gelde nehmen!? – Er meint es vielmehr wie folgt: sie sagten ja, man dürfe auch ein Tier zum Tiere nehmen.
8Also nicht nach Ḥizqija und nicht nach R. Joḥanan!?
9Wolltest du sagen, nur die Amoraïm streiten hierüber und nicht die Barajthoth, so heißt es ja, das erste Essen müsse von Profanem sein!? –
10Unter ‘erstes Essen’ ist der Betrag des ersten Essens zu verstehen.
11U͑la sagte: Reš Laqiš sagt, wer zehn Stück Vieh als Festopfer abgesondert und am ersten Festtage fünf dargebracht hat, bringe die anderen fünf am zweiten Festtage dar, und R. Joḥanan sagt, da er unterbrochen hat, bringe er die anderen fünf überhaupt nicht mehr dar.
12R. Abba sagte: Sie streiten aber nicht; einer spricht von dem Falle, wenn er nichts erklärt hat, und einer von dem Falle, wenn er es erklärt hat. –
13In welchem Falle, wenn er nichts erklärt hat: wollte man sagen, wenn er am [ersten] Tage sie darzubringen keine Zeit mehr hatte, so hat er sie ja deshalb nicht dargebracht, weil er keine Zeit mehr hatte,
14und wollte man sagen, wenn er keine Mitspeisenden hatte, so hat er sie ja deshalb nicht dargebracht, weil er keine Mitspeisenden hatte!?
15In dem Falle, wenn er am [ersten] Tage Zeit und Mitspeisende hatte, und wenn er sie dennoch nicht dargebracht hat, so hat er sie wohl absichtlich zurückgelassen.
16Dies ist auch einleuchtend, denn als Rabin kam, sagte er im Namen R. Joḥanans : Wer zehn Stück Vieh als Festopfer abgesondert und am ersten nur fünf dargebracht hat, bringe am zweiten die übrigen fünf dar. Nun befindet sich ja [R. Joḥanan] mit sich selbst in einem Widersprüche!?
17Wahrscheinlich gilt das eine, wenn er nichts erklärt hat, und das andere, wenn er es erklärt hat. Schließe hieraus.
18Es wurde auch gelehrt : R. Šamen b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans:
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.