Chullin — Blatt 100a
1Anders verhält es sich bei einem Geschöpfe.
2EBENSO IST, WENN EIN STÜCK VON EINEM AASE &C. Sollte es doch in der Mehrheit aufgehen!?
3Richtig ist es allerdings nach demjenigen, welcher sagt, die Lehre laute: ‘wenn man es gewöhnlich zählt’, wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, die Lehre laute: ‘was man gewöhnlich zählt’!? – Anders verhält es sich bei einem Stücke, da man es Gästen vorsetzen kann.
4Und beides ist nötig. Würde er esnur von der Spannader gelehrt haben, so könnte man glauben, weil es ein Geschöpf ist, nicht aber gilt dies von einem Stücke.
5Und würde er es nur von einem Stücke gelehrt haben, so könnte man glauben, weil man es Gästen vorsetzen kann, nicht aber gilt dies von der Spannader. Daher ist beides nötig.
6Rabba b. Bar Ḥana trug vor: Ein Stück von einem Aase oder einem unreinen Fische macht nur dann verboten, wenn es auf die Brühe, die Gallerte und die Stücke einen Geschmack überträgt.
7Rabh ließ den Dolmetsch vortreten und trug vor: Sobald der Geschmack auf ein Stück übertragen worden ist, gilt es als Aas und macht alle übrigen verboten, weil sie derselben Art sind.
8R. Saphra sprach zu Abajje: Merke, Rabh trug ja seine Lehre nach R. Jehuda vor, welcher sagt, eine Art gehe in derselben Art nicht auf, somit gilt dies ja nicht nur dann, wenn es einen Geschmack übertragen hat, sondern auch dann, wenn es keinen Geschmack übertragen hat!? Dieser erwiderte: Hier handelt es sich um den Fall, wenn man esvorher entfernt hat.
9Raba erwiderte:
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.