Chullin — Blatt 99b

1Nein, unter hundert. –

2Wenn aber der Anfangsatz vom Hundertfachen spricht, so spricht wohl der Schlußsatz vom Sechzigfachen!? Im Anfangsatze wird nämlich gelehrt: Wieso erschwerend bei Dingen derselben Art? Wenn [verbotener] Sauerteig von Weizen in Teig von Weizen gekommen und zum Säuern vorhanden ist, so ist er verboten,

3einerlei, ob soviel vorhanden ist, daß er unter hundertundeinem aufgeht, oder nicht soviel vorhanden ist, daß er unter hundertundeinem aufgeht; ist nicht soviel vorhanden, daß er unter hundertundeinem aufgeht, so ist er verboten, einerlei, ob zum Säuern vorhanden ist oder zum Säuern nicht vorhanden ist. Sollten denn der Anfangsatz und der Schlußsatz von hundert sprechen!? –

4Nein, der Anfangsatz von hundertundeinem und der Schlußsatz von hundert. –

5Weshalb geht er, wenn auch zum Säuern vorhanden ist, nicht unter hundertundeinem auf!? Jener schwieg.

6Da sprach dieser: Vielleicht ist es beim Sauerteige anders, da seine Säuerung sehr intensiv ist. Jener erwiderte: Du hast mich an eine Sache erinnert, die R. Jose b. R. Ḥanina sagte: Nicht alle Dinge gleichen einander hinsichtlich der Normierung, denn bei der Lake reicht sie bis nahe zum Zweihundertfachen. Wir haben nämlich gelernt: So ist der Fisch unrein und die Lake verboten, wie R. Jehuda sagt, wenn in zwei Sea͑ sich ein Viertel[log] befindet. –

7R. Jehuda sagt ja aber, Dinge derselben Art gehen unter einander nicht auf!? – Anders verhält es sich bei der Lake, die nur eine Ausschwitzung ist.

8WIE BEMISST MAN DIES? R. Hona sagte: Wie Fleisch in Rübenköpfen. Unsere Mišna vertritt nicht die Ansicht des Autors der folgenden Lehre: R. Jišma͑él, Sohn des R. Joḥanan b. Beroqa, sagt, bei den Adern gebe es keine Geschmacksübertragung.

9Einst kam jemand vor R. Ḥanina, und R. Jehuda b. Zebina saß vor der Tür. Als er herauskam, fragte er ihn: Was sagte er dir? Dieser erwiderte: Er hat es mir erlaubt.

10Da sprach er: Bring es ihm zurück hinein. Hierauf sprach jener: Wer ist es, der mich kränkt? Geh, sag dem, der an der Tür sitzt, bei den Adern gebe es keine Geschmacksübertragung.

11Wenn jemand damit zu R. Ami kam, sandte er ihn zu R. Jiçḥaq b. Ḥalub, der im Namen des R. Jehošua͑ b. Levi erlaubend entschied; er selbst aber war nicht dieser Ansicht. Die Halakha ist: bei den Adern gibt es keine Geschmacksübertragung.

12IST DIE SPANNADER GEKOCHT WORDEN &C. Sollte sie doch in der Mehrheit aufgehen!? –

Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.