Chullin — Blatt 103b
1nicht aber auf das des Gliedes, das nicht aus der Allgemeinheit heraus erlaubt worden ist.
2Als R. Dimi kam, sagte er: R. Šimo͑n b. Laqiš fragte R. Joḥanan: Wie ist es, wenn jemand es außen geteilt hat? Dieser erwiderte: Er ist frei. –
3Wie ist es, wenn innen? Dieser erwiderte: Er ist schuldig.
4Als Rabin kam, sagte er: Hat er es außen geteilt, so ist er frei, wenn innen, so ist er, wie R. Joḥanan sagt, schuldig, und wie Reš Laqiš sagt, frei.
5R. Joḥanan sagt, er sei schuldig, denn der Hals hatte den Genuß einer ganzen Olive. Reš Laqiš sagt, er sei frei, denn es ist [das Quantum] des Essens in den Därmen erforderlich, was hierbei nicht der Fall ist. –
6In welchem Falle ist man demnach nach R. Šimo͑n b. Laqiš schuldig? R. Kahana erwiderte: Beim kleinen Knöchel.
7R. Elea͑zar aber sagt, auch wenn man es außen geteilt hat, sei man schuldig, denn das Fehlen des Heranbringens gilt nicht als Fehlen einer Handlung.
8R. Šimo͑n b. Laqiš sagte: Das olivengroße Quantum, von dem sie sprechen, ist außer dem, was sich zwischen den Zähnen befindet, zu verstehen. R. Joḥanan aber sagte, mit dem, was sich zwischen den Zähnen befindet.
9R. Papa sagte: Über das, was sich zwischen den Zähnen befindet, streitet niemand, sie streiten nur über das, was sich am Gaumen befindet. Einer ist der Ansicht, der Hals hatte den Genuß einer ganzen Olive, und einer ist der Ansicht, es sei [das Quantum] des Essens in den Därmen erforderlich.
10R. Asi sagte im Namen R. Joḥanans: Hat jemand eine halbe Olive gegessen und sie ausgebrochen, dann wiederum eine halbe Olive gegessen, so ist er schuldig, denn der Hals hatte den Genuß einer ganzen Olive.
11R. Elea͑zar fragte R. Asi: Wie ist es, wenn jemand eine halbe Olive gegessen und sie ausgebrochen und sie wiederum gegessen hat? – Ihm war es wohl fraglich, ob dies als Verdauung gelte oder nicht, somit sollte er doch hinsichtlich einer ganzen Olive gefragt haben!? –
12Vielmehr, ob man sich nach dem Halse richte oder nach den Därmen. – Sollte er es ihm doch aus der Lehre R. Asis entschieden haben!? –
13R. Asi hatte seine Lehre vergessen, und R. Elea͑zar, der sie ihm in Erinnerung bringen wollte, sprach zu ihm wie folgt: Wozu lehrt der Meister es von einer zweiten halben Olive, er kann es ja von einer [ganzen] lehren, woraus beides zu entnehmen wäre: hieraus wäre zu entnehmen, daß dies nicht als Verdauen gelte, und hieraus wäre zu entnehmen, daß der Hals den Genuß einer Olive hatte.
14Dieser schwieg und antwortete nichts. Da sprach jener zu ihm: Muster des Zeitalters, oft sagtest du dies vor R. Joḥanan, und er erwiderte dir, der Hals hatte den Genuß einer Olive.
15KEINERLEI FLEISCH DARF GEKOCHT WERDEN MIT MILCH, AUSGENOMMEN DAS FLEISCH VON FISCHEN UND HEUSCHRECKEN; ES DARF AUCH NICHT MIT KÄSE AUF DEN TISCH AUFGETRAGEN WERDEN, AUSGENOMMEN DAS FLEISCH VON FISCHEN UND HEUSCHRECKEN.
Text: „Der Babylonische Talmud", übers. Lazarus Goldschmidt (1929, † 1950), gemeinfrei. Digitale Quelle: Sefaria.